• Bewusst Leben,  Sarines Amritabha

    Friedenslicht | Ein Erfahrungsbericht

    Juhu, ich habe einen neuen Schreibauftrag bekommen! Ich darf über meine Erfahrung mit dem Friedenslicht berichten.

    Leichtigkeit und Authentizität auf Bestellung?

    Dieser Austausch hat mich erst total gefreut, dann hat es mich in ein totales Dilemma gestürzt. Eigentlich logisch, denn ich kann natürlich versprechen, über mein Erlebnis zu schreiben, aber ich kann nicht versprechen, begeistert zu sein und dann diese Begeisterung in einen Text zu verwandeln. Da steckt automatisch ein ungeheurer Druck drin, denn wer würde einen Auftrag für eine miserable Bewertung geben?! Dann kommt noch hinzu, dass ich meine AuftraggeberInnen wirklich mag und ihnen auch sehr gerne einen tollen Text liefern möchte, voller Begeisterung, Leichtigkeit und Authentizität, eben einfach so wie ich das sonst auch tue …

    Im Grunde ist diese Situation aber ein sehr schöner Beweis dafür, dass diese Art der Energiearbeit selbst unter den widrigsten Umständen funktioniert: Auch wenn er sich noch nicht ausdrücklich in meinem Bewusstsein zeigte, so war der Druck während der Inititation schon in mir, dass ich darüber schreiben würde und ich da dementsprechend also am Besten etwas ganz Großartiges bei erleben müsste. Das ist ja schonmal eine super Voraussetzung dafür, sich ganz entspannt auf etwas einzulassen, nicht wahr? Ach ja, und gleichzeitig haben wir auch noch Fotos gemacht, ein paar gestellte und ein paar „echte“. Also alles gaaanz authentisch und alle Beteiligten waren selbstverständlich nuuur auf die Initiation konzentriert. 🙂

    Heilung erfordert nicht die perfekten Voraussetzungen – Heilung erfordert nur unsere Bereitschaft, uns auf sie einzulassen

    Aber wie gesagt, eigentlich sind es genau diese widrigen Umstände, die beweisen, wie wirksam diese Art der Energiearbeit ist. Denn sie funktioniert trotzdem. Es ist vollkommen ausreichend, wenn wir uns innerlich dafür öffnen, dass sie es tun darf, selbst wenn wir alle möglichen und unmöglichen Widerstände spüren. Die dürfen sein, wir müssen nichts erzwingen. Können wir ja auch gar nicht. Wir brauchen nicht mehr tun als bereit dafür zu sein, die Heilung zu empfangen, die in diesem Augenblick unter den gegebenen Umständen möglich ist. Und es ist jedes Mal wieder erstaunlich, wie viel das ist! So auch diesmal.

    Das süße Nichts

    Ich spürte im ersten Augenblick nach der Initiation „gar nichts“. Das kannte ich ja schon von meinen eigenen Arbeiten als Kristallheilerin – KlientInnen antworten mir, auf meine Frage, wie sie sich nach der Behandlung fühlen, dass sie „gar nichts“ gespürt hätten. So, liebe Freunde, fühlt sich Entspannung an! Genau das ist es, wenn der Kopf endlich mal Ruhe bekommt, der ständige Strom an Gedanken, Bewertungen und Geschichten aufhört und wir einfach ganz bei uns sind.

    In Worten lässt sich das nur als „gar nichts“ ausdrücken, aber wenn ich meine Aufmerksamkeit auf meinen Körper richte, spüre ich, dass dieses „Garnichts“ sehr wohl etwas ist. Das Gefühl von Frieden, Zufriedenheit mit dem, was gerade ist, endlich mal nicht auf der Suche sein, kein Drang, dem Augenblick zu entfliehen und den nächsten Moment zu jagen. Das ist nicht „Garnichts“ und auch nicht „Egal“. Das ist das pure Glück!

    Glücklichsein – auch mit Hitlerbart

    Ich ging mit diesem Glücksgefühl raus auf die Wiese. Schließlich brauchte ich ja auch ein Foto für meinen Bericht … Dass die Wiese, in die ich mich setzte, nass war – egal, ich war trotzdem einfach nur glücklich. Dass die Sonne mich blendete – egal, konnte mich einfach nicht aufregen, war viel zu zufrieden. Dass der Schatten auf meiner Oberlippe auf den Fotos vermutlich wie ein Hitlerbart aussehen würde, wenn jemand sich die Bilder nur im Handy anschaut – egal, das Bild war trotzdem perfekt.

    Heilung bedeutet auch, dass sich unser Un-Heil zeigen darf

    Ich vermutete, dass die Initiation sich im Laufe des Tages über dieses tiefe Entspannungsgefühl hinaus (was ja schon an sich viel wert ist) noch weiter entfalten würde. Das tat sie auch. Beim Mittagessen fing es an in mir zu rumoren, mich beschlich plötzlich das Gefühl, die Stimmung sei gedrückt, aber irgendwie hatte ich den Verdacht, dass das vielleicht doch nur meine Wahrnehmung war, weil da etwas in mir passierte. Schließlich kenne ich ja auch das: wenn wir Heilung wünschen und zulassen, dann bedeutet das manchmal eben, dass sich erstmal unser Un-Heil zeigt damit wir es endlich erlösen können.

    Kraftplätze erleichtern Heilung

    Ich fragte also Wandana, die die Einweihung vorgenommen hatte, ob es möglich sei, dass das Friedenslicht in mir diesen spontanen Unfrieden auslöste. Sie bestätigte das und gab mir den Rat, das Licht einfach weiterhin auszudehnen und überall dorthin fließen zu lassen, wo ich den Unfrieden spürte. Das tat ich und hier in Amritabha habe ich ja den großen Luxus, mich dabei auch noch von diversen Kraftplätzen unterstützen zu lassen. Ich folgte also einer spontanen Eingebung und legte mich zum Mittagsschlaf an den Wasserplatz.

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    Der kürzlich neu gestaltete Wasserplatz hier in Amritabha. <3

    Es rumorte noch eine ganze Weile in mir am Nachmittag, aber mir persönlich geht es so, dass ich damit ganz gut leben kann, so lange ich im Bewusstsein bleibe, dass das gerade so ist und ich nicht dagegen ankämpfe. Ich muss mich dann trotzdem nicht permanent damit beschäftigen und diese Unruhe sozusagen mit Selbstvorwürfen oder Selbstmitleid nähren.

    Kreativität und Produktivität trotz Unfrieden

    Stattdessen telefonierte ich mit einer Freundin – wie ich dachte, „nur“ um ihr zum Geburtstag zu gratulieren, aber das Gespräch inspirierte mich letztlich dazu, endlich den Schritt zu machen, mich wieder mit meiner Kristallheilerarbeit zu zeigen. Plötzlich saß ich vor meinem Computer, begann einen Blogartikel dazu zu schreiben, ihn gleichzeitig zu übersetzen, Unterseiten auf meinem Blog in deutsch und englisch zu dem Thema zu basteln und meine Kristallheiler-Facebook-Seite zu überarbeiten und zu re-aktivieren. Da war der ganze Unfrieden in mir plötzlich total egal.

    Als ich abends im Bett lag, wurde fragte ich mich, was da eigentlich wirklich an diesem Tag mit mir passiert war. Klar, man kann das so sehen, dass es das Telefonat war, das mich zu dieser intensiven kreativen Produktivität inspiriert hat. Diese Möglichkeit kann und möchte ich wirklich nicht ausschließen. Aber ich frage mich eben auch, ob es das Telefonat auch ohne die Friedenslichtinitiation diesen Impuls in mir ausgelöst hätte …

    Es gibt nicht DIE Antwort – es kommt auf deine Absicht an

    Ich glaube nicht daran, dass es eine entscheidende Handlung gibt, eine ganz bestimmte Initiation, ein Seminar, ein Was-auch-immer, das der Schlüssel für alles ist. Es gibt alle möglichen Dinge, die ich nicht tue, und mein Leben geht trotzdem weiter und entwickelt sich so, wie es das eben will. Aber ich glaube durchaus an daran, dass bestimmte Erlebnisse uns unterstützen können. Der entscheidende Hinweis ist für mich immer die Absicht, mit der ich etwas angehe. Wenn ich etwas aus dem Gefühl heraus tue, das sei jetzt absolut notwendig, es sei DIE Antwort auf alle meine Fragen, aus diesem Gefühl „Wenn ich das mache, DANN kann ich endlich zufrieden sein“ – dann ist das zum Scheitern verurteilt.

    Wer mit dem Gefühl der Unvollkommenheit, dem Streben nach Perfektion, an egal was herantritt, wird vielleicht einen kurzen Kick bekommen. Das Gefühl, „Ah, jetzt passiert etwas!“. Aber weil die Antwort eben nie wirklich im Außen sondern immer in uns selbst liegt, folgt nach dem Kick der Absturz, die Enttäuschung, dass der heilige Gral sich wieder mal als Fata Morgana entpuppt. Die Suche geht weiter …

    Mit der richtigen Absicht kann jedes Erlebnis zum Schlüssel für deine Zukunft werden

    Wenn wir mit Leichtigkeit an die Dinge gehen, unseren Wünschen Aufmerksamkeit schenken – und zwar nicht mit diesem Druck, dass ihre Erfüllung die Erlösung bringen soll, sondern dass wir einfach respektieren, dass wir gewisse Wünsche haben und sie einfach als Hinweise darauf nehmen, was zu uns passt – dann kann so gut wie jeder Impuls von außen zu einem Schlüsselerlebnis werden, das uns weiter bringt auf unserem Weg.

    Oder – in weniger Worten ausgedrückt: ob die Friedenslichtinitiation für dich passend ist oder nicht, hängt von dir ab, nicht von meinem Erlebnis oder meiner Beschreibung. Deshalb kann ich diesen Bericht im Namen der Ehrlichkeit natürlich nicht mit so einem schönen Satz abschließen wie „Ich kann die Initiation uneingeschränkt empfehlen und möchte allen ans Herz legen, sie zu machen!“. So einen Satz werde ich vermutlich niemals über irgendetwas schreiben können.

    Gib dem Frieden in dir Raum, nimm dir Zeit für seine Entfaltung

    Was ich allerdings uneingeschränkt empfehlen kann ist, die Initiation, wenn du sie machen lassen möchtest, hier in Amritabha machen zu lassen. Aus dem Grund, dass du sie dann vermutlich nicht „schnell mal eben so“ im Vorbeigehen mitnimmst, sondern dir dafür Zeit einplanst. Die Einweihung an sich mag nur wenige Augenblicke dauern, aber ich empfehle, dir auch Zeit für die Entfaltung und Nachwirkung zu gönnen. Sie wird bei dir vermutlich anders verlaufen als bei mir, aber ich bin mir sicher, dass sie stattfinden wird. Amritabha als Ort unterstützt mit seinen Kraftplätzen dabei, dass du dieser Entfaltung Raum geben kannst.

    Eine gute Gelegenheit, die Friedenslichteinweihung hier in Amritabha zu erhalten ist der 3. September. Wandana und Sina bieten sie an diesem Tag um 14h an. Mehr Information dazu in Kürze auf amritabha.de und auf facebook.

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    Schluss mit der Selbstverarsche | Kristallheilung

    Heute bin ich mir auf die Schliche gekommen. Und zwar dabei, wie ich mich selbst verarscht habe. Am Anfang meiner Zeit hier in Amritabha bekam ich das Angebot, den Beraterraum für meine Kristallbehandlungen zu nutzen. Ich dachte: „Ja, es ist wirklich Zeit, dass ich den Faden wieder aufnehme, bevor ich noch rostig werde. Aber jetzt noch nicht. Ich brauche erstmal Klarheit. Vielleicht habe ich in letzter Zeit keine Behandlungen angeboten, weil ich selbst nicht so genau weiß, was ich da mache oder warum. Ja, genau, daran liegt es bestimmt!“ Ich dachte: „Vielleicht sollte ich erstmal Broschüren machen. Vielleicht hilft es mir, wenn ich das Ganze in Worte fasse. Das wird mir die Klarheit bringen und dann werde ich plötzlich einfach wieder Behandlungen geben“.

    Keine Broschüren, keine Facebook-Seite, keine Homepage – die KlinetInnen sind trotzdem zufrieden

    Zwei Monate später habe ich keine einzige Broschüre gemacht/ausgeteilt, meine Facebook-Seite ist noch immer deaktiviert und ich habe auch noch keine Unterseite für mein Healing auf dieser Webseite gemacht  (Anm.: das hat sich geändert, noch während ich diesen Artikel geschrieben habe – schaut selbst, hier und hier). All diese Dinge, die ich doch ach so dringend brauchte, um Klarheit zu gewinnen, damit ich endlich wieder Kristallheilung geben kann! Tatsächlich habe ich allerdings doch ein paar Behandlungen gegeben. Einige habe ich einfach angeboten, wo ich Bedarf sah, einige auf Anfrage. Und wisst ihr was? Alle waren zufrieden! Trotz fehlender Broschüren, Facebook-Seiten, Unterseiten auf der Homepage oder des von mir selbstdiagnostizierten „Mangel an Klarheit“! Wie gesagt: Ich habe mich einfach selbst verarscht.

     

    Mach den Anfang – du kannst dich später immer verbessern

    Die Einsicht kam heute Nachmittag. Ich telefonierte mit einer Freundin, die um Rat für ihr eigenes Vorhaben, sich mehr auf ihre Heilerarbeit zu konzentrieren, fragte. Wir sprachen darüber, wie sie das mit der Webseite und der Ganzen social-media-Geschichte am Besten angehen könnte. Als sie mich fragte, was ich von ihren Ideen hielt, erklärte ich, dass ich merkte, dass sie etwas unsicher sei, dass es sich aber genauso verhielte, wie sie es zu Beginn des Gesprächs ausgedrückt hatte: am Anfang wird da immer diese Unsicherheit sein, dieser Widerstand. Das ist Teil des Prozesses und darauf zu warten, dass das verschwindet ist Selbstbetrug. Ich sagte, dass ich fand, es sei das Beste, wenn wir einfach anfingen. Dass die Ideen, die wir gesammelt hatten, gut genug seien und dass es einfach wichtig sei loszulegen. Dass wir später immer noch justieren können.

    Erledigt ist besser als gut gemacht – Der Selbstverarschungsalarm wurde endlich ausgelöst

    Es ist so einfach, die Sachlage klar zu sehen, wenn es nicht die eigene ist. Jetzt, wo ich das hier schreibe, kann ich gar nicht anders als über mich selbst zu lachen. Denn ratet mal, welche Schlussfolgerung ich aus dem Gespräch mit meiner Freundin zog? Dass ich mich vielleicht erstmal an ihre Webseite machen sollte, damit mir klar wird, wie ich die Sache für mich selbst machen will! Ha! Ja, das ist genau das was ich brauche: noch ein Projekt, das ich als Ausrede benutzen kann, um das Ganze vor mir her zu schieben. Ich weiß nicht so ganz genau, wann der Selbstverarschungsalarm endlich ausgelöst wurde, aber plötzlich konnte ich sehen, wie ich wirklich alles in eine Ausrede verwandeln wollte: dass ich total überzeugt war, nicht an diesem Schreibtisch arbeiten zu können, dass unbedingt erstmal die Blumen gegossen werden müssten, dass es sowieso und überhaupt der total falsche Zeitpunkt war, weil es jetzt gerade nicht aus einem natürlichen Fluss käme, sondern dass ich mal wieder alles überstürzen würde … So ein Quatsch!

    Vielleicht wähle ich heute nicht den perfekten Titel für meine Facebook-Seite (Anm.: bin ganz zufreiden). Vielleicht schreibe ich nicht die perfekte Beschreibung meiner Behandlungen (Anm.: auch hier bin ich ganz zufrieden). Vielleicht habe ich Probleme mit dem Preis, den ich ansetze und es ist die reine Selbstsabotage es trotzdem zu tun (Anm.: Oh, definitiv! Aber er stimmt trotzdem.). Vielleicht habe ich jetzt gerade nicht das perfekte Bild parat (Anm.: das ist mir gerade total wurscht). Vielleicht.

    Du bist nicht allmächtig – gib dein Bestes und vertraue darauf, dass das genug ist

    Tatsache ist, dass, egal wie ich die Sache angehe, ich nicht jedes Moment dabei kontrollieren kann. Egal, welche Titel, Texte, Bilder, Preise ich wähle, wird es immer die geben, die das nicht anspricht. Aber wenn ich gar nichts tue, weil ich darauf warte, dass der perfekte Zeitpunkt kommt, oder ich mich endlich 100%ig bereit dafür fühle, ohne Zögern den Preis zu nennen, den meine Behandlungen tatsächlich Wert sind, oder Das Pefekte Sonstwas, dann gebe ich ja keiner einzigen Person die Chance mich zu finden! Es ist wie mit dem Witz über den Mann, der zu Gott betet, er möge ihn doch im Lotto gewinnen lassen. Gott antwortet: „Das würde ich ja gerne, aber du solltest wenigstens ein Los kaufen.“

    Das hier ist mein Los. Keine Ausreden mehr. Hier bin ich. Ich bin Kristallheilerin und zwar eine ziemlich gute. Ich habe über meine Art zu heilen geschrieben – siehe unten. Du kannst mich mit Fragen ansprechen und NATÜRLICH kannst du einen Termin bei mir buchen. Bis Ende September habe ich noch die große Freude und das Privileg, dich hier im Château Amritabha empfangen zu dürfen.

    Willst du mehr wissen?

    Falls du mehr über meine Kristallheilung lesen willst, ich habe doch tatsächlich heute eine Seite dazu gemacht.

    Das hier sind die Blogartikel, die ich über Kristallheilung geschrieben habe.

    Lemurian Crystal Healing | Part 1 (auf englisch)

    Lemurian Crystal Healing | Part 2 (auf englisch)

    Landschaftsheilung | Fototagebuch

    Vom Wollen und Zufriedensein

    Egal, ich mach das jetzt einfach trotzdem | Amritabha Monatsthema: Die eigene Kraft annehmen

    Nimm Kontakt auf zu mir

    Folge Sarine’s Crystal Healing auf Facebook. Du kannst mir aber auch eine eMail schreiben: sarine.turhede (at) gmx.com.

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    Egal, ich mach das jetzt einfach trotzdem | Amritabha Monatsthema: Die eigene Kraft annehmen

    Das Thema dieses Neumondzyklus hier in Amritabha – die eigene Kraft annehmen – beschäftigt mich sehr, auf vielen (wenn nicht allen) Ebenen. Kein Wunder! Schließlich kann man die eigene Kraft nicht nur „ein bisschen“ annehmen – entweder man wagt es, oder eben nicht. Es zu wagen bedeutet nicht, dass dann alles reibungslos verläuft. Etwas zu wagen ist ja die Bereitschaft, sich auf eine Situation mit unbekanntem Ausgang einzulassen. Der Schlachtruf derer, die die eigene Kraft annehmen ist nicht „Ich kann das perfekt!“ sondern „Egal, ich mach das jetzt einfach trotzdem!“.

    Was, wenn da nichts kommt?

    Ich habe während meines Aufenthaltes hier in Amritabha einen tollen Textauftrag bekommen. Ich habe mich unglaublich darüber gefreut – bis zu dem Augenblick, als es daran ging, mich hinzusetzen und loszulegen. Totale Panik! Noch schlimmer: totale Leere im Kopf! Hilfe! Ich bewundere die Person, für die ich texte so sehr, dass ich mich total unter Druck setzte. Das hier muss großartig werden! Was, wenn da nichts kommt? Was, wenn die sich doch in mir täuschen und ich nicht das Zeug hierzu habe!? Schluck. So. Wird. Das. Nichts.

    Ideen kommen nicht aus mir – sie kommen durch mich

    Plötzlich dringt die Erinnerung zu mir durch: ich kann das hier. Deshalb habe ich den Job ja bekommen. Natürlich geht nichts, wenn ich mich in die Panik reinsteigere. Das einzige, was wirklich funktioniert ist das hier: mich daran erinnern, dass es nicht wirklich mein Kopf ist, der sich das alles hier ausdenkt. Wenn ich schreibe – nein: wenn ich gut schreibe – dann kommt das nicht aus mir. Es kommt durch mich. Es sind Ideen, Sätze, Gedanken, die im Raum herumschwirren und darauf warten, von mir eingefangen zu werden. Das einzige, was ich zu tun habe, ist, mir dessen bewusst zu sein, mich dafür zu öffnen und mich zum Kanal für diese Ideen und Worte zu machen. Es ist ganz einfach und gleichzeitig eine Herausforderung. Diese Vorgehensweise verlangt nur eines von mir: bedingungsloses Vertrauen in meine Intuition. Die Gewissheit, dass das, was ich wahrnehme genau das ist, was gesagt werden will.

    Leeren, öffnen, präsent sein – So, wie ich Kristallbehandlungen gebe, möchte ich mein ganzes Leben leben

    Diese Technik, oder dieses Verständnis des kreativen Prozesses, habe ich durch Dauri Neumanns Kristallheilerausbildung für mich entdeckt. Da hatte ich dieses Vertrauen in mich selbst „einfach so“. Es fiel mir leicht zu akzeptieren, dass ich die Behandlungen nicht im Voraus planen oder auf irgendeine Art vorbereiten konnte. Das einzige, was ich tun konnte, war, mich zu leeren, mich zu öffnen und dann präsent zu sein – für den Menschen, dem meine Behandlung galt, für die Heilung, die durch mich und die Steine geschehen wollte und für die Hilfe geistiger Helfer. Das war eine sehr mächtige Erfahrung und ich dachte, „So, wie ich Kristallbehandlungen gebe, möchte ich mein ganzes Leben führen“.

    Wenn ich für mich schreibe, dann mache ich das inzwischen ganz automatisch so – dann bin ich ja frei, muss auf nichts Bestimmtes hinaus, kann einfach schauen, was da kommt. Der Textauftrag hatte natürlich andere Voraussetzungen, weshalb erstmal das Kopfprogramm in Gang ging, das ich mir über Jahre hinweg antrainiert habe: Du müsstest viel besser informiert sein! Ich kann da nichts zu sagen, bevor ich nicht mehr recherchiert habe! Du kannst das doch nicht! Bisher konnest du dich immer irgendwie durchmogeln, aber diesmal fliegst du auf! Etc. Es war ein déjà-vu aus der Schul- und Unizeit. Ich habe immer sehr gute Leistungen erbracht – und trotzdem bei jeder Hausarbeit diese Panik geschoben. Und es dann doch wieder irgendwie hinbekommen.

    Leistung erbringt man nicht aufgrund von Druck, sondern trotzdem

    Damals dachte ich, dass der Stress dazugehört, dass er Teil des Prozesses sei, der die Leistung erzeugt. Heute weiß ich, dass das Quatsch ist. Ich habe meine Leistungen nicht aufgrund dieser Versagensängste und des Stresses erzielt, sondern trotzdem. Was mir Angst machte, so sehe ich das heute, war, dass ich ja nicht wusste, woher meine Gedanken wirklich kamen, warum sie gut waren. Wie sollte ich da sicher sein können, dass das beim nächsten Mal auch so sein würde? Sie kamen eben auch schon damals nicht aus meinem Intellekt, sondern durch ihn. Es war das gleiche Prinzip, auch wenn es mir nicht bewusst war: die Gedanken schwirrten um mich herum und ich fing sie ein. Klar muss man sich in Themen einarbeiten und dazu recherchieren. Aber wäre mir der Lern-/Schreibprozess, wie ich ihn heute sehe, schon damals bewusst gewesen, dann hätte ich vermutlich mit mehr Leichtigkeit auf mein Gespür vertraut, wann ich genug Information angesammelt habe.

    Die Botschaft der Lustlosigkeit: das hier bringt nichts

    Das Gefühl gab es nämlich auch schon damals: es äußerte sich als Lustlosigkeit. Ich glaubte, mich dazu zwingen zu müssen, noch mehr zu lesen (denn es war ja niemals genug!). Oft gelang mir das nicht. Dann kam das schlechte Gewissen. Wieder viel zu wenig getan! Ganz selten gab es Momente der Einsicht, in denen ich kurz den Gedanken zulassen konnte, dass ich so widerwillig an die Arbeit ging, weil sie nicht wirklich sinnvoll war. Dass sie nur dazu diente, mein Gewissen zu beruhigen, dass ich auch wirklich fleißig genug gewesen sei.

    Nimm deine Kraft genauso an wie den Zweifel – dann schaffst du es trotzdem

    Dieser Blick in die Vergangenheit, den mir dieser Schreibauftrag bescherte, war eine gute Gelegenheit, den Bann zu brechen. Ich weiß inzwischen nicht nur, dass ich mein Leben wie meine Kristallbehandlungen gestalten möchte. Ich bin darüber hinaus endlich überzeugt, dass das möglich ist.

    Wie ich mir das beweise? Ganz einfach und ganz schön aufregend: ich tue es. Mit allen Ängsten, Zweifeln und Widerständen im Schlepptau. Da hilft es, wenn ich mich an diese Wahrheit erinnere: die tun nichts, die wollen nur spielen. Du schaffst das trotzdem.

    Öffne dich für die Wunder, die durch dich in die Welt kommen wollen

    Das verstehe ich darunter, die eigene Kraft anzunehmen: uns für all die Wunder zu öffnen durch uns in die Welt kommen wollen (die großen wie die kleinen). Darauf zu vertrauen, dass wir mit allem ausgestattet sind und versorgt werden, was wir dazu brauchen, um sie zu verwirklichen. Unsere Kraft nicht damit zu verpulvern, unsere Zweifel zu bekämpfen, sondern auch hier zuversichtlich zu sein. Ins Vertrauen darauf zu gehen, dass unsere Kraft ausreicht, sowohl unsere Träume zu verwirklichen als auch gleichzeitig den Zweifel mitzutragen.

    Lesetip

    Was mir sehr viele Aha-Momente beschert hat, wenn es um den kreativen Prozess und um Inspiration geht, ist das Buch Big Magic von Elisabeth Gilbert. Besonders inspirierend ist, wie humorvoll sie ihren Umgang mit Ängsten und Zweifeln beschreibt. Da kann man gar nicht mehr anders, als die auch lieb zu haben. Meiner nicht wirklich bescheidenen Meinung zufolge ist das Buch ein Muss! Nicht nur für Künstler, sondern für alle, die ein glückliches und erfülltes Leben führen wollen.

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    Klarheit finden, sich selber lieben, Freude leben

    Es passiert sehr viel bei mir zur Zeit. Im Innen wie im Außen. Es ist etwas in Bewegung gekommen, es entsteht viel Schönes, Freudiges. Damit melden sich gleichzeitig auch alte Ängste. Dass mir die Freude wieder genommen werden könnte, ist eine von diesen Ängsten. Dass das nicht sein darf, einfach glücklich sein. Leichtigkeit leben. Wenn ich mitten drin bin im Geschehen, fällt es mir schwer, darüber zu erzählen. Weil ich mich schwer damit tue, mich so „unfertig“ zu zeigen. Aber auch, weil mir einfach die Klarheit fehlt, auszudrücken, was da gerade mit mir passiert. Ich habe trotzdem noch den Wunsch, euch teilhaben zu lassen an meinem Leben. Deshalb kommt hier einfach eine kleine Zusammenfassung, was so „faktenmäßig“ in letzter Zeit in meinem Leben passiert ist:

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    1. Ich habe an Sina Nanasis Seminar „Das innere Kind – Verlieb dich in dich selbst“ teilgenommen. Das ist jetzt schon über zwei Wochen her und ich habe noch immer nichts darüber geschrieben, weil ich denke „Da will ich mich mal in Ruhe hinsetzen“. Die Ruhe lässt auf sich warten, es passiert ständig etwas Neues. So viel sei gesagt: Ich bin begeistert und verliebt – in mich und in Sina Nanasi. Und alle und alles. Ständig. Außer, wenn plötzlich wieder mal alles Mist ist. Dafür gibt es sogar spirituelle Fachausdrücke: „Im Prozess sein“. Oder: „Ein Thema haben“. Gehört offensichtlich zum irdischen Leben dazu. Na dann.

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    Vor dem Seminar.

    2. Wie gesagt, die Ruhe lässt auf sich warten: nach dem Seminar, das sechs Tage ging, war Schülertreffen von Fe San, das ebenfalls eine Woche andauerte. Ich wusste zwar, dass ich in der Woche involviert sein würde (ich durfte bei der Neugestaltung des Einhornplatzes mitwirken), aber ich hatte keine wirkliche Vorstellung davon, was das bedeuten würde. 🙂 Ich habe mich sehr wohl gefühlt in der Gruppe und habe jede Menge schöne Begegnungen gehabt und jede Menge schöne Bilder von schönen Menschen machen dürfen.

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    Der Einhornplatz hat ein neues Einhorn bekommen. Gezeichnet von Bensa.
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    Der Wasserplatz wurde auch neu gestaltet.
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    … und eingeweiht, u. a. mit einer Meditation.
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    Eine Nacht während der Schülerwoche sind wir aufgeblieben und Fe San hat für uns neun Feuer entzündet, die für sehr kraftvolle Tranformation sorgten. Als ich ins Bett ging „musste“ ich noch schnell ein Bild vom Sonnenaufgang machen. Der perfekte Abschluss für diese zauberhafte Nacht.
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    Mit Irka und Mandro am letzten Abend der Schülerwoche. <3 Fotocredit: Savadharma.

    3. A propos Bilder: Ich habe ganz überraschend aber natürlich hocherfreulich drei Aufträge in den vergangenen zwei Wochen gehabt!? Das Fotografieren ist für mich ja so eine „Das mache ich einfach, weil es mir Spaß macht“-Geschichte. Schreiben macht mir auch Spaß, aber da kann ich mir manchmal mit meinen Ansprüchen an mich selbst im Weg stehen, was dann die Leichtigkeit auch schon mal rausnimmt. Fotografie habe ich (trotz meiner Begeisterung für den Filmkurs damals an der Uni) nie als einen beruflichen Weg für mich gesehen. Deshalb steht da eindeutig die reine Freude im Fokus. Ein sehr schöner Beweis dafür, dass es in meinem Leben darum geht: Dinge aus Freude zu tun, dann mache ich sie auch ganz gut – und die Freude spricht dann auch andere an.

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    A propos Freude: Pflaumen im Garten! Lecker!
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    Fremde Federn stehen mir auch ganz gut, oder? Habe weder die Pflaumen gepflückt, noch dieses Bild (oder das vorige) gemacht. All credit goes to Samor Heinen.

     

     

    4. Ich stelle fest, dass ich gut viele große Lieben in meinem Leben haben kann. Muss mich nicht fürs Fotografieren ODER Schreiben entscheiden. Das Schreiben bleibt also natürlich trotzdem! Auch da habe ich kurz nach meiner Ankunft hier in Amritabha ja einen freien Auftrag erhalten. Das Projekt läuft jetzt gerade an und das freut mich auch riesig.

    Das alles ist für mich neu und gleichzeitig ist es irgendwie ein sehr befreiendes „Ich hab’s doch gewusst“. Es ist neu für mich, bewusst das zum Ausdruck zu bringen, was ich in meinem Inneren schon lange (immer?) gespürt habe. Es stellt mich vor Herausforderungen, wie mich mit praktischen Fragen zum Thema Freiberuflichkeit zu beschäftigen, wovor ich mich ja lange gescheut habe (obwohl ich gleichzeitig auch schon eine Weile gespürt habe, dass meiner Natur eine klassische Angestelltensituation vielleicht nicht wirklich entspricht).

    Die größere Herausforderung ist, dass mich dieses ganze Freude-Leben mit dem Zweifel konfrontiert, ob das denn wirklich möglich ist. Der Zweifel zeigt sich in Form der Befürchtung, dass ich vor lauter Spaßhaben an dem, was ich tue, vielleicht plötzlich etwas „Wirklich Wichtiges“ verschussele – und dann dafür von jemandem zusammengefaltet werde. Ist bisher noch nicht passiert (also, das Verschusseln schon, allerdings nicht von etwas „Wirklich Wichtigem“, das Zusammengefaltetwerden auch nicht). Der Zweifel zeigt sich aber auch ganz massiv im Geldthema. Da werden dann plötzlich so schrullige Überzeugungen sichtbar wie „Was, du kannst doch kein Geld für etwas verlangen, was dir so viel Spaß macht!? Und schon gar nicht von Menschen, die du so nett findest! Wie unverschämt!“. Äh, ja klar, weil das ja auch so toll funktioniert mit dem Geldverdienen an Dingen, die keinen Spaß machen, mit Leuten, die man nicht so gerne mag …

    Ich nehme gerne die ganzen Prozesse, Themen und Zweifel in Kauf, denn wenn ich sie vermeiden würde, würde ich mir ja auch die ganze Freude versagen. Es gibt keine Sicherheit, es gitb nur „Sicherheit“. Ich habe lieber ein Leben mit allem Drum und Dran, als so eine gemäßigte, graue „Sicherheit“. Auch eine Selbsterkenntnis aus dem Inneres-Kind-Seminar.

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    Auch so ein Prozess: ich habe zu Beginn meiner Zeit hier Kräuter für Grüne Sauße ausgesät. Sind mir schon zweimal fast abgenippelt, aber der aktuelle Stand stimmt mich doch ganz zuversichtlich.
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    Schönheit

    Ich habe lange ein zwiegespaltenes Verhältnis zum Thema Schönheit gehabt, vor allem meiner eigenen, aber auch zu der Frage, ob sich wirklich in allem, was es auf dieser Erde so gibt, Schönheit finden lässt. Ob man sie überhaupt in allem finden darf. Welche Rolle spielt die Wahrnehmung? Was ist Schönheit überhaupt? Ist sie wichtig? Wie siehst du das? Hieran glaube ich:

    Schönheit ist eine Frage der Wahrnehmung

    Als mir eine gute Freundin vor ein paar Jahren von ihrem Vorhaben erzählte, sich einer kosmetischen Operation zu unterziehen, machte mich das nachdenklich. Dass Fremdwahrnehmung und die Selbstwahrnehmung unterschiedlich sind, ist mir schon klar. Sagt sich ja auch leicht. Aber irgendwie hat mir diese Situation vor Augen geführt, was das tatsächlich bedeutet. Diese Freundin war/ist nämlich für mich eine der schönsten Frauen, die ich kenne. Wenn diese wunderschöne Frau sich durch meine Augen sehen könnte, dann würde sie diese OP nicht machen wollen, dachte ich. Sie muss sich selbst also irgendwie anders wahrnehmen, denn ich zweifelte nicht daran, dass der Eingriff aus ihrer Perspektive positiv für sie war (und den Eindruck habe ich bis heute).

    Was mich an der Situation wirklich traf, war vermutlich, dass sie mich mit der Frage konfrontierte, wie es denn um mein eigenes Selbstbild bestellt stand. Ich hatte zwar nicht vor, mich einer OP zu unterziehen, aber dass ich mit meinem Aussehen zufrieden gewesen wäre, wäre eine glatte Lüge gewesen. Auf gewisse Weise war meine Freundin da ehrlicher als ich. Denn ich war unzufrieden und gleichzeitig zu hochmütig um überhaupt irgendjemandem (vor allem mir selber) einzugestehen, dass Schönheit/die Zufriedenheit mit dem eigenen Aussehen sehr wohl auch für mich eine Rolle spielte.

    Die Wahrnehmung der anderen wird niemals die Stimme in unserem Inneren übertönen

    Sind chirurgische Eingriffe die Antwort auf diese Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen? Ich weiß es nicht, ich denke, das kann jede/r nur für sich selbst beantworten. Worin ich aber sicher bin ist dies: Die Wahrnehmung der anderen wird niemals gegen die Stimme in unserem Inneren ankommen. Und es ist die Stimme in unserem Inneren, die bestimmt, wie wir uns selbst wahrnehmen und uns der Welt zeigen. Wenn ein operativer Eingriff dauerhaft die Stimme im Inneren überzeugen kann, dann ist das durchaus eine sinnvolle Maßnahme. Allerdings bin ich mir sicher, dass das bei mir nicht so funktionieren würde. Meine Zweifler-Stimme würde dann schnell etwas anders finden, was jetzt auch noch geändert werden müsste. Denn das ist ja ihr Wesen: zu zweifeln und zu kritisieren.

    Es gibt mehr als nur eine Stimme in unserem Inneren – welcher schenken wir unser Vertrauen?

    Um genau zu seien: es ist die Stimme in unserem Inneren, der wir unseren Glauben schenken, die bestimmt, wie wir uns fühlen und uns zeigen. Denn, ja, es gibt sie, die Stimme, die mir sagt ich solle mir bloß nichts einbilden, ich gehöre nie und nimmer zu den Schönen. Es gibt da allerdings noch eine andere Stimme in mir. Eine Stimme, die jedes Mal, wenn ich in den Spiegel schaue, nur Schönheit sieht. Mit anderen Worten: eine gefährliche Stimme, eine verführerische Lügnerin. Wehe, ich sollte mal auf sie hereinfallen – was für eine Schande wäre das, wenn jemand bemerken könnte, ich fände mich schön und dabei bin ich es doch gar nicht!?

    Ein Körper, so viele verschiedene Wahrnehmungen. Wenn das bei meiner Freundin so ist, warum sollte es bei mir dann anders sein? Was, wenn die Lügnerin in mir keine Lügnerin ist? Was, wenn alle anderen mich bereits in meiner Schönheit erkennen und ich die einzige bin, die an einer anderen Wahrheit festhalten will? Oder was, wenn der einzige Grund, warum die anderen mich nicht in meiner Schönheit erkennen können, der ist, dass ich mich für die Stimme entscheide, die nur abfällig über mich denkt? Wenn es nicht eine Wahrheit über meinen Körper gibt, dann müsste ich doch eine wählen können? Was hindert mich dann daran, mich für etwas anderes als das schönste Bild meiner selbst zu entscheiden?

    Schöne Frauen vs. Intelligente Frauen

    Der Grund, weshalb ich mich nicht dafür entscheiden konnte, meine eigene Schönheit in ihrer Tiefe anzunehmen war folgender: ich war überzeugt, dass es zwei Kategorien von Frauen gäbe – intelligente und schöne. Intelligente Frauen mussten dieser Vorstellung nach zwar nicht zwangsläufig hässlich sein, aber sie durften eindeutig nicht zeigen, dass sie Wert auf ihr Äußeres legten. Das, so meinte ich, sei oberflächlich und oberflächlich ist dumm, weiß ja jede/r! Umgekehrt durften schöne Frauen zwar mit Intelligenz „überraschen“, aber so intelligent konnten sie ja doch nicht sein, denn sonst wären sie ja nicht so oberflächlich und würden so viel Wert auf ihr Äußeres legen … (Dass alle meine Freundinnen den Gegenbeweis lieferten, war irgendwie für meine Vorstellung nicht relevant. Für die anderen gelten eben doch andere Maßstäbe als für uns, nicht wahr?)

    Neid – ein Hinweis darauf, was wir uns selbst nicht zu leben gestatten

    Einige Zeit später entdeckte ich, dass ich neidisch war auf einen gewissen Typ von Frauen. Neid, das hatte ich zu dem Zeitpunkt verstanden, entsteht immer dann, wenn wir etwas bei anderen sehen, was wir uns selbst nicht gestatten zu leben. Was war das also für ein Typ von Frauen, über den ich mich so furchtbar aufregen konnte? Ganz einfach: es waren die Frauen, die so unverschämt waren, beides zu sein. Intelligent und schön. Es waren Frauen, denen ich via social media folgte, die kluge Texte schrieben, die mich tief berührten. Diese Frauen schrieben aber nicht nur toll, sie zeigten sich auch in ihren Bildern, auf eine natürlich schöne Weise. Nicht aufgebrezelt, aber gewisse Details an ihrer Aufmachung verrieten, dass es nicht nur darum ging, ihre natürliche Schönheit zu betonen, sondern die Welt auch wissen zu lassen: Ich sehe meine eigene Schönheit, ich weiß, wie ich sie betonen kann und ich teile beides mit dir – meine Schönheit und mein eigenes Bewusstsein dafür.

    Der Sinn von Schönheit

    Keine Frage, es gibt sie nach wie vor beide: den Teil in mir, der all meine Fehler sieht und der mir sagt, ich solle mir bloß nichts einbilden und den Teil, der meine Schönheit sieht und sich an ihr erfreut. Fest steht, dass es nur eine der beiden Stimmen es möglich macht, ein leichtes und freudiges Leben zu leben. Und darum geht es doch, nicht wahr?

    Das Thema Schönheit beschäftigt mich aber nicht nur, wenn es um mein eigenes Äußeres geht, sondern auch um das meiner Umwelt. Ich mag es auch, meine Umgebung zu gestalten. „Mag“ ist eigentlich untertrieben – es ist mir ein Bedürfnis. Wie ein Raum gestaltet ist beeinflusst mein Wohlbefinden in hohem Grade. Bisher hatte ich auch zu diesem Bedürfnis nach Schönheit im Außen ein zwiespältiges Verhältnis. Ich dachte oft, dass ich mehr in Balance in meinem Inneren kommen müsste, damit es mich nicht so sehr beeinflusst, wie das Außen ist. Schönheit ist ja nett, aber so wichtig kann sie ja wohl nicht sein. Oder?

    Gestern hörte ich mir Inshas Krafttier-Meditation an. Darin führte sie uns zum heiligen weißen Schmetterling, der uns für die Schönheit in der Welt und in uns öffnet. Während der Meditation sagte Insha einen Satz, der mich mein Verhältnis zur Schönheit plötzlich aus einer anderen Perspektive betrachten ließ: da wo wir Schönheit sehen, spüren wir Gott. Gott ist in der Schönheit – der Gedanke hat sich in mir so noch nie formuliert. Ich wusste sofort, dass er wahr ist.

    Ich habe in letzter Zeit oft gedacht „Ja, das mit dem Mit-mir-selber-in-Kontakt-treten klappt ja schon ganz gut, aber was ist mit dem Kontakt zu Gott? Warum spüre ich nichts? Wo soll ich suchen?“. Als ich dann hörte, dass Gott in der Schönheit zu finden sei, konnte ich plötzlich verstehen, warum mir Schönheit so wichtig ist. In mir selbst, um mich herum – und was dieses Gefühl ist, dass diese Schönheit in mir auslöst. Diese Freude und die Leichtigkeit. Schönheit ist Harmonie, ist Frieden. Hallo Gott, hier bist du also! Plötzlich erschien es mir gar nicht mehr so sinnlos und dumm, Wert auf Schönheit zu legen, mich und die Welt nach ihr abzusuchen und sie anzunehmen.

    Es ist mit der Welt genauso wie mit uns, unserem Aussehen, unserem Inneren: es gibt beides, das Hässliche und das Schöne. Alles, was falsch ist und alles, was gut ist – genau so, wie es ist. Der heilige weiße Schmetterling hilft uns dabei, die Schönheit zu erkennen. Er hilft uns, mit anderen Worten, Gott zu finden. In der Welt und in uns. Danke liebe Insha, dass du uns zueinander geführt hast.

    PS: Wenn ich die Welt durch die Augen des heiligen weißen Schmetterlings betrachte, dann klingt sie und sieht aus wie „Welt der Wunder“ von Marteria. Und für dich?

  • Bewusst Leben,  Sarines Amritabha

    Von Verantwortung & Verletzlichkeit

    Seit meiner Ankunft in Amritabha ist sehr viel in meinem Inneren passiert. Wie so oft habe ich dann den Impuls mich zurück zu ziehen und Kontakt eher zu meiden. Ich poste zwar immer noch ein paar Bilder, aber es ist mir nicht danach, mitzuteilen, was in meinem Inneren so vor sich geht. Ich sage mir, das ist gut so, es ist gut, sich zu schützen und nicht immer alles sofort in die Welt zu schicken, was man gerade so mitmacht. Ich schreibe vielleicht bereits in dem Moment, aber ich veröffentliche nur Posts, deren Inhalt für mein Empfinden so weit verarbeitet ist, dass ich das Gefühl habe, ich käme mit jeder denkbaren Reaktion klar. Ich dachte, das sei Selbstschutz.

    Mir ist heute klar geworden, dass das nicht oder jedenfalls nicht mehr stimmt. Es bedeutet, dass ich mich nur in meinen guten Momenten zeige, den Rest dann erst präsentiere, wenn er zu einer Art Anekdote geworden ist und ich vermeintlich „über den Dingen stehe“. Das ist nicht authentisch. Das ist Fassade, das ist ein Bild von mir in die Welt schicken, wie ich gerne wäre oder wie ich glaube, dass ihr mich sehen wollt. Das hat eigentlich nur den Effekt, dass sich in mir noch mehr Druck aufstaut, der Version von mir, die ich vielleicht gerne wäre, gerecht zu werden.

    Es fällt mir schwer, mich in meinen schwachen Augenblicken zu zeigen, wenn mich etwas trifft und mir die Tränen einfach hochschießen. Ich schäme mich für meine vermeintliche Schwäche (die eigentlich nur Verletzlichkeit ist) und möchte einfach nur allein sein. Und selbst dann fällt es mir schwer, den Schmerz rauszulassen.

    Ich mache es auch meiner Umwelt nicht leichter, denn so sehr ich mich gegen meine Gefühle sträube, sie sind eben doch da und wollen gesehen werden. Wenn ich mich darum kümmere, sie ans Licht zu bringen, indem ich ihnen den benötigten Raum gebe, dann brauchen sie ihn sich nicht selbst zu erzwingen indem sie mir und auch anderen um die Ohren zu fliegen.

    Es ist definitiv nicht hilfreich, wenn man gerade in einer Emotion feststeckt, sich dann zu ihrem Sprachrohr zu machen und einfach alles rauszulassen, was sie einem diktiert. Schon gar nicht, wenn die Emotion dann gerne andere für den eigenen Schmerz verantwortlich machen möchte. Es ist aber sehr wohl hilfreich auszudrücken, was die Emotion mit einem macht, also einen Schritt zurück zu treten, sich daran zu erinnern, dass man nicht die Emotion ist, sondern ihr Träger. Darüber zu sprechen ist sehr heilsam, für einen selbst und für alle anderen, denn wem fällt es schon leicht, sich in Verletzlichkeit und Verletztheit zu zeigen?

    All die schönen Bilder, die ich von Amritabha gepostet habe sind echt. Deswegen geht es mir aber nicht permanent gut. Denn es ist auch ein Ort, an dem alte Wunden, von denen ich dachte, sie seien verheilt, nochmals aufbrechen. Einige Begegnungen haben mich diese Woche mit ein paar dieser Wunden konfrontiert und mich in richtig heftige emotionale Tiefs gestürzt. Es gab tatsächlich Augenblicke, in denen ich nur weg wollte, weil ich Angst vor der Vorstellung hatte, dass ich den ganzen Sommer in derartige Konfrontationen geraten könnte und ständig nur am Heulen sein würde. Mir war zwar schon klar, dass das nur der gekränkte Stolz war, aber die Emotion war eben auch da. Ich dachte, „Darüber darfst du nicht schreiben, dann machen Familie und Freunde sich nur Sorgen. Und die, die denken, du seist einer Sekte beigetreten, die werden sich doch nur bestätigt fühlen!? Das geht nicht!“

    Womit ich in den letzten Tagen vor allen Dingen konfrontiert wurde ist die Tatsache, wie sehr ich es scheue, Verantwortung für mich zu übernehmen und durch mein Verhalten versuche diese Verantwortung auf andere abschiebe – was niemandem gut tut und auch nicht funktioniert. Euch vorzuenthalten, wenn es mir mal schlecht geht, ist ein Ausdruck dieser Verantwortungslosigkeit. Denn es ist doch so: wir können ja niemals wirklich die Verantwortung für unsere Gefühle abgeben. Und was es für Gefühle in anderen auslöst, wenn wir uns so zeigen, wie wir sind – egal ob freudig oder verletzt, das ist die Verantwortung der anderen. Ob ihr euch Sorgen macht oder nicht, liegt bei euch. Ich habe nicht das Recht es euch zu verbieten und warum sollte ich eigentlich daran zweifeln, dass ihr es ertragen könnt, mich in meinen schwachen Momenten zu sehen? Ebenso wie ihr das Recht habt zu denken, was ihr wollt über das was ich tue. Und warum sollte ich daran zweifeln, dass ihr genau wie ich eben auch nicht nur mit dem Kopf sondern auch mit dem Herzen wahrnehmen könnt? Euer Kopf mag ja skeptisch sein, wenn er von dem spirituellen Weg hört, den ich wähle. Aber wer bin ich daran zu zweifeln, dass auch euer Herz wahrnehmen kann, wie wahrhaftig meine Freude ist und wie gut der von mir gewählte Weg mir tut?

    Es ist aber nicht nur das Unangenehme, was ich vermieden habe zu teilen, sondern auch das Freudige, wenn mein Kopf mir sagt, „Das ist zu abgefahren, was sollen die von dir denken, wenn du erzählst, dass du mit dem heiligen weißen Leguan meditierst?!“. Aber wisst ihr was? Ich möchte auch das Abgefahrene mit euch teilen und es einfach euch überlassen, was ihr darüber denkt! Denn es spielt keine Rolle, was der Kopf sagt. Mein Kopf findet ja vieles von dem, was ich so tue, auch seeehr merkwürdig. Aber wenn ich nicht Menschen begegnet wäre, die sich getraut hätten, über die abgefahrenen Dinge zu sprechen, an die sie glauben, wie hätte ich da entdecken sollen, dass ich auch an Einhörner und Feen und Drachen und, ja, auch heilige weiße Leguane glaube?

    Deshalb möchte ich euch an dieser Stelle die Meditation mit dem heiligen weißen Leguan, geführt von Insha Holz, ans Herz legen. Insha leitet derzeit jeden Donnerstag Abend um 18.30h auf Facebook live Meditationen mit Krafttieren an. Mich berühren sie sehr, und gerade die Leguan-Meditation war sehr hilfreich, denn Insha erklärt darin sehr gut, was gerade energetisch so los ist – und das ist eine ganze Menge. Das war übrigens auch für meinen Kopf sehr hilfreich, um zu verstehen, warum ich diese Woche so „ausgetickt“ bin. Denn ob wir daran glauben oder nicht, wir sind alle von der großen Energieveränderung betroffen, die gerade stattfindet. Je bewusster wir mit ihr umgehen, desto leichter wird es. Alle bisherigen Krafttier-Meditationen mit Insha könnt ihr auf ihrer Facebook-Seite natürlich auch finden, und vielleicht habt ihr ja Lust, nächste Woche auch mit dabei zu sein und mit dem heiligen weißen Schmetterling zu meditieren.

    Was auch sehr schön ist, sind die von Insha Holz geführten täglichen Meditationen im weltweiten Liebesnetzwerk. 8:15h, ebenfalls live, via Inshas Facebook-Seite. Ich fühle mich darin wirklich sehr verbunden – mit meiner eigenen Liebe, aber vor allem auch mit der aller TeilnehmerInnen und natürlich mit Insha. Ein schöner Start in den Tag! Es war übrigens Inshas heutige Welt-Liebes-Meditation, die mich erkennen ließ, warum es gut für alle ist, wenn wir uns stets so zeigen wie wir sind, und das im Zeigen der eigenen Verletzbarkeit erst unser Mut und unsere Stärke für die anderen sichtbar wird. Erst wenn wir es wagen, zu zeigen, dass wir verletzlich sind, haben wir überhaupt die Möglichkeit zu erfahren, dass es auch für diese Verletzlichkeit genügend Raum und Liebe gibt. Danke, Insha.

  • Bewusst Leben,  Sarines Amritabha

    Vom Wollen und Zufriedensein

    „Es ist alles schon da“, ist die wiederkehrende Botschaft meines Lemurienkristalls. Das ist für mich gerade ein ganz wichtiger Schlüsselsatz. Ich habe oft das Gefühl, dass ich bereits alles habe, was ich brauche, um glücklich zu sein. Aber das spüre ich natürlich nicht immer. Das Wünschen, Wollen und Streben gehört ja auch zu uns und hat auch seinen Platz.

    Mir wird allerdings immer deutlicher, dass das Wollen, das ich meist spüre zu angestrengt und zu anstrengend ist. Das es aus dem Nicht-gut-genug-Sein entspringt und nicht aus der reinen Freude daran, etwas zu erleben/schaffen. Für mich ist das das Kriterium, um zu überprüfen, ob meine Handlungen „gut“, d.h. meinem Ziel (Glücklichsein! Freude verbreiten!) dienlich sind. Denn es ist nicht so sehr die Handlung, sondern vielmehr die Intention, die das Resultat bestimmt. Alles, was ich aus dem Gefühl heraus tue, es sei so noch nicht (gut) genug, ich müsse noch mehr tun, um … – all das führt nur zu einem: nämlich zu noch mehr Gefühl von „Nicht (gut) genug“, „Noch mehr müssen“.

    Dankbarkeit hingegen, also das würdigende Anerkennen dessen, was schon da ist, ist ein sehr machtvolles Werkzeug, um mit Leichtigkeit noch mehr Gutes anzuziehen.

    Mir ist zum Beispiel kürzlich bewusst geworden, wie sehr ich Musik liebe. Ich halte mich für keine besonders gute Sängerin, aber ich singe sehr gerne. Jetzt bin ich „einfach so“ an einem Ort gelandet, an dem regelmäßig gesungen wird. Und zwar in genau der für mich passenden Form: es geht beim Bhajan-Singen nicht darum, dass nur die singen, die das ganz hervorragend können, sondern um die Hingabe, mit der alle singen. Das Singen bleiben zu lassen geht ja recht leicht mit der Ausrede „Ich kann nicht singen“. Aber zu sagen „Ich kann nicht hingebungsvoll singen“ klingt irgendwie nach keiner guten Ausrede, oder? Und kann man etwas eigentlich wirklich „schlecht“ machen, wenn man es mit Hingabe tut? Ich werde es wohl herausfinden …

    Und wenn es sowieso nicht darum geht, etwas zu tun, um uns durch unsere Leistung um etwas (unsere Daseinsberechtigung zum Beispiel) verdient zu machen, sondern um mit unserer reinen Freude am Tun – Achtung, jetzt werde ich tatsächlich das G-Wort benutzen – Gott zu preisen, dann gilt folgendes, und zwar für alles: etwas nicht zu können, ist kein Grund es nicht zu tun. (Diese weisen Worte stammen übrigens nicht von mir, sondern von ALF, Meister des freudigen und leichten Lebens, Held meiner Kindheit.)

    Alles ist schon da. Wir sind bereits versorgt. Also können wir alles, was wir tun, aus der Freude heraus und in Hingabe tun. Das Können und Verfeinern der Fertigkeit kommt dann vom Machen, von der Wertschätzung dessen, was wir bereits tun und können. Es kommt niemals vom Müssen oder Nicht-gut-genug-Sein.