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Selbstliebe

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Sarine trinkt Kaffee - Woche in Bildern 30. Mai

Disziplin, Durchhaltevermögen, Beständigkeit

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Ich bin schon lange überzeugt davon, dass Beständigkeit das wichtigste Element für Erfolg ist.

Ich glaube sogar, dass es egal ist, welche Strategie man benutzt, solange man beständig in seiner Präsenz ist. Deshalb hat es mir lange sehr viel ausgemacht, dass ich diese Beständigkeit nicht aufbringen konnte.

Inzwischen habe ich das Muster dahinter besser verstanden. Es gab bestimmte Mechanismen, die am Werk waren, weshalb ich trotz meines Wissens und Verstehens gehandelt habe, wie ich gehandelt habe. Ich bin mir selbst auf den Leim gegangen bin ohne es zu merken.

Es gab immer Gründe für meinen Rückzug, die mir plausibel erschienen:

Entweder, weil ich das Gefühl habe, dass ich gerade nichts mitzuteilen habe oder, wenn es um meine Arbeit als Coach ging, weil ich das Gefühl hatte, meine Angebote seien nicht (mehr) stimmig, ich hätte mich irgendwie nicht passend positioniert und müsste das nochmal neu überdenken und überarbeiten.

Meine Gründe (habe nichts zu sagen, falsche Positionierung, vielleicht will ich eigentlich gar nicht Coach sein) haben sich immer wahr angefühlt. Sie kamen jedoch in Wahrheit aus meinem Widerstand gegen Disziplin, Durchhaltevermögen und Beständigkeit.

Mir wurde klar, dass ich diese nicht als neutral oder gar als hilfreiche Werkzeuge empfand, sondern regelrecht ablehnte. Der Grund dafür ist einfach und ich bin mir sicher, es geht vielen von euch ähnlich: in meiner Kindheit/Jugend galten Disziplin, Durchhaltevermögen und Beständigkeitals Tugenden. Das allein ist ja noch kein Problem, denn das sind sie ja eigentlich auch. Mein Konflikt bestand darin, dass ich nicht verstand, dass diese Tugenden darum wertvoll sind, weil sie einem helfen, Ziele zu erreichen.

Ich empfand den Zusammenhang als „Man muss über diese Fähigkeiten verfügen, um ein guter (=liebenswerter) Mensch zu sein“. Das ist kein Satz, der je buchstäblich so gefallen wäre. Es war einfach meine Interpretation. Egal, was Eltern, Lehrer, etc. bewusst oder unbewusst vermitteln:

Es ist an uns als Erwachsene, mit hinderlichen Schlusssätzen aus der Kindheit aufzuräumen.

Nachdem ich also viele Jahre gut darin war, ein guter (weil fleißiger, leistungsfähiger) Mensch zu sein, kam ich logischerweise irgendwann an den Punkt, wo ich bemerkte, dass die Rechnung nicht aufging. Es ist furchtbar, das Gefühl zu haben, irgendwie sein zu müssen, um liebenswert zu sein.

Was passiert also? Rebellion. Wir ziehen den Schluss, dass wir all diese Dinge ab jetzt einfach sein lassen, an denen unsere Liebenswürdigkeit scheinbar bemessen wurde. Weil wir uns ja beweisen wollen, dass wir immer liebenswert sind.

Tja, und dann kommt irgendwann der Tag, an dem wir merken, dass diese Dinge, die wir weggeworfen haben, doch nicht die Wurzel des Übels waren. Sondern dass sie, im Gegenteil, zu etwas gut sind. Sie sind unabdingbar, wenn wir unserer Kreativität einen physischen Ausdruck geben wollen.

Ob wir uns geliebt fühlen oder nicht, hängt nicht von unserer Leistung ab. Als Kinder lernen zwar viele von uns, dass dem so ist. Aber wir haben als Erwachsene die Möglichkeit durch unser Bewusstsein, diese Verknüpfung wieder zu lösen.

Wenn wir den Wunsch haben, etwas aufzubauen, werden wir früher oder später an den Punkt kommen, dass wir Leistungsbereitschaft, Disziplin, Beständigkeit brauchen. Egal, ob wir uns geliebt fühlen oder nicht.

Ich bin überzeugt, dass diese „Irrungen und Wirrungen“, unsere Interpretationen, deren Überprüfung und die Revisionen keine Fehler sind. Im Gegenteil.

Es braucht diese Reise mit dem Verstand durch die Erfahrungen, um Erkenntnisse in der Tiefe zu integrieren: die Annahme von Tugenden, gefolgt von deren Ablehnung und die Suche nach bedingungsloser (Selbst-)Liebe, um zu erkennen, dass wir bedingungslos geliebt sind und dass die Tugenden einen Wert an sich haben.

Das Leben wird entspannter, je mehr wir uns darauf einlassen, dass diese Erkenntnisreise kein Ziel hat, das es schnellstmöglich zu erreichen gilt.

In Wahrheit sind das Erkennen und das Lernen selbst Ziele des Lebens.

Sobald wir eine Erkenntnis haben, entsteht daraus eine neue Frage.

Sobald wir ein Ziel erreicht haben, suchen wir ein neues Ziel, das unserem Leben Richtung gibt.

Es heißt so oft, dass Glücklichsein der Sinn des Lebens sei. Ich glaube, der Sinn des Lebens besteht in etwas anderem.

Ich glaube, dass die Fähigkeit zum Glücklichsein in uns ist, von Natur aus. Oft haben wir uns davon abgeschnitten. Viele Menschen begeben sich auf ihren bewussten spirituellen Weg, um diesen Zugang wieder zu finden.

Wenn wir ihn gefunden haben, entdecken wir zwei Dinge: dass Glücklichsein kein permanentes Glücksgefühl bedeutet. Und das unsere Gefühlswelt als Ganzes eine Karte ist, mittels der wir unser Leben navigieren.

Wenn wir versuchen, unangenehme Empfindungen daraus zu entfernen, dann versuchen wir dem zu entkommen, was ich als den eigentlichen Sinn des Lebens sehe: Erkenntnis. Erkenntnis ist Wahrheit und Wachstum zugleich.

Das bedeutet nicht, dass es egal ist, ob wir glücklich oder unglücklich sind. Wie gesagt: unsere gesamte Gefühlswelt ist die Karte. Natürlich sollten wir uns von unseren Gefühlen leiten lassen. Nur braucht es eben etwas Übung, die Interpretation zu lernen.

Inspiration

Ich knüpfe an, an meinen Wunsch von letzter Woche, mehr mit dir zu teilen, wer und was mich gerade inspiriert. Bücher, Podcasts, Coaches, etc.

Buch

Der Weg des Künstlers

Ich wusste schon länger von diesem Buch und war auch ganz begeistert, als mir Julia Cameron’s The Right to Write begegnete. Der Weg des Künstlers kam durch Führung diese Woche zu mir und hat seine Wirkung bereits getan, ohne, dass ich über die Einleitung hinaus gekommen wäre: nachdem ich also begriff, dass meine Ablehnung gegen Disziplin aus meiner Kindheit/Jugend kam, dachte ich, ich müsste mehr über bestimmte Eltern-Kind-Strukturen verstehen, um hier eventuelle Bindungen lösen zu können.

Es gab sogar ein Buch in der Buchhandlung, was genau auf meine Situation zu passen schien. Jedoch bemerkte ich, als ich es in der Hand hielt, dass mehr Wissen überhaupt nicht das war, was mir jetzt dienen würde. Ich fragte spontan nach dem Weg des Künstlers, und siehe da, er war da. Als ich das Buch in der Hand hielt, spürte ich sofort, wie die Energien in mir in Bewegung kamen.

Spannenderweise war ich in der Woche dann gar nicht so „ziellos“ kreativ, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich bekam ganz viele konkrete Ideen für meine Kommunikation als Coach. Es war als kämen die Künstlerin in mir und die Planerin zum ersten Mal seit langer Zeit aus ihrem Konflikt der gegenseitigen Ablehnung heraus und ich konnte das Bild sehen, wie die beiden zusammen so viel mehr bewegen können.

Von wem ich mich zur Zeit coachen lasse

Wie ich letzte Woche beschrieben habe, habe ich in der Coaching-Welt bisher die Tendenz beobachtet nicht darüber zu sprechen, dass man sich als Coach auch beraten lässt. Wenn jemand doch über ein eigenes Coaching spricht, dann wird der Kollege/die Kollegin oft nicht genannt. Vielleicht aus Sorge, die eigenen Klient*innen könnten dann „abwandern“?

Ich meine, diese Angst ist unbegründet: Wir alle haben doch ein sehr feines Gespür dafür, was uns gerade weiter bringt. Darum möchte ich dir nicht nur meine eigene Arbeit ans Herz legen, sondern auch meine Kolleginnen empfehlen, mit denen ich selber gerne arbeite. Wenn du bei ihr gerade besser aufgehoben bist als bei mir, dann haben wir doch alle etwas davon, wenn ich dich auf diesem Wege in die richtige Richtung weisen kann. Und wenn du wirklich gerne mit mir arbeiten möchtest, dann wirst du das auch dann noch wollen, wenn andere Coaches zur Auswahl stehen. 😉

Ich lasse mich aktuell von La Lindbladh begleiten, genauer gesagt mache ich ihren drei-monatigen „Seelenklang“. Ihre Arbeit hat ganz wesentlich zu meinen Erkenntnissen und Fortschritten der letzten Zeit beigetragen und ich lasse mich seit vielen Jahren immer wieder von ihr beraten.

Hier findest du mehr Information über La und ihre Angebote.

Was ist mit dir?

Hattest du besondere Aha-Momente in der vergangenen Woche, bei denen du dein Wachstum spüren konntest? Ich freue mich darüber in den Kommentaren zu lesen.

Wenn du gerne üben möchtest, deine Gefühlswelt bewusster wahrzunehmen, empfehle ich dir zu meditieren. Jeden Sonntag leite ich gratis eine live Meditation an, um 20 Uhr auf Instagram. Ich freue mich, wenn du dabei bist. Nicht auf Instagram oder keine Zeit? Hier findest du das Archiv der bisherigen Meditationen.

Wenn du dir Begleitung dabei wünscht, deine eigene Gefühlswelt besser kennen und vor allem verstehen zu lernen, dann können Coachings hilfreich sein. Wenn du dich für eine persönliche Begleitung von mir als Life Coach interessierst, dann schreib mir einfach eine Mail mit deinem Anliegen an info@fengshuiflow.de.

Erstberatung 90 Min./90€ :: Einzelsitzung 45 Min./90€ :: 3x 45 Min./250€ :: 6x 45 Min./500€ :: weitere Formate auf Anfrage

JGA in Hamburg | Philosophie & Fotografie

Am Wochenende war ich in Hamburg auf dem Junggesellinnenabschied einer Freundin aus der Schulzeit. Wer nur die Bilder sehen will, bitte scrollen. 😉

Ich weiß nicht, wie es euch mit dem Thema Junggesellinnenabschied geht, aber ich liebe sie. Und ich glaube, sie haben eine ganz wichtige und schöne Funktion. Damit meine ich natürlich nicht, der zukünftigen Braut einen letzten Abend in Freiheit zu bescheren. Darum geht es doch schon lange nicht mehr. Die Junggesellinnenabschiede, die ich in den letzten Jahren erlebt habe (mein eigener inbegriffen), waren einfach ein Zelebrieren von Freundschaft, von weiblicher Gemeinschaft und es geht um Selbstliebe.

Ein JGA ist schließlich eine Gelegenheit so richtig aufzutanken. Ich würde sogar behaupten, dass dafür gar kein großartiges Programm notwendig ist (macht aber trotzdem Spaß). Es ist einfach das Zusammensein unter Frauen, ganz losgelöst von einem zweckgebundenen Kontext. Mal gar nichts müssen oder wollen, außer es sich gemeinsam gutgehen lassen. Das nährt uns. Weil die meisten von uns es (noch) nicht verinnerlicht haben, dass das so wichtig ist, dass wir es in zu einem festen Bestandteil unseres Alltags machen.

Zugegeben, so ausgiebig wie bei einem JGA ist das ja auch nicht ständig möglich. Es ist vermutlich auch gar nicht nötig. Aber die Tatsache, dass bei jeder dieser Gelegenheiten früher oder später der Satz fällt „Das sollten wir eigentlich ab und zu auch mal einfach so machen“ und alle dann ganz eifrig zustimmen, spricht Bände über unsere Sehnsucht.

Es ist ein bisschen wie mit dem Valentinstag und Muttertag – klar wäre es toll, wenn wir unseren Liebsten an jedem Tag im Jahr die Wertschätzung entgegenbrächten, die sie verdienen (oder wenn schon nicht an jedem Tag, dann doch wenigstens an selbstgewählten Tagen). Aber, Hand aufs Herz, wenn es diese vorgegebenen Anlässe nicht gäbe, würden die meisten von uns es vermutlich einfach vergessen.

Was den JGA angeht, würde ich sogar so weit gehen zu sagen: wenn dieser Brauch nicht ritualisiert wäre, würden viele von uns es sich wahrscheinlich nicht gönnen. Denn beim Muttertag und beim Valentinstag geht es vor allem um unsere Wertschätzung anderen gegenüber. Das ist selbstverständlich, dass wir die ausdrücken. Das gehört sich so.

Auch wenn beim JGA die zukünftige Braut im Mittelpunkt steht, geht es bei diesem Brauch eben noch viel mehr um uns selber. Andere beschenken ist schön, das braucht uns Frauen niemand zu erklären, dazu muss man uns nicht ermahnen – wir sind darauf ausgerichtet, wir tun es ständig. Und nein, wir tun es natürlich nicht nur, weil wir uns dazu genötigt fühlen. Wir tun es gerne. Wir haben ja auch jede Menge zu geben und das ist toll.

Mehr geben ist nicht die Baustelle. Mehr empfangen, uns mehr selber beschenken – darin dürfen wir uns üben. Das wissen wir ja eigentlich auch, ich glaube nicht, dass ich euch hier etwas Neues erzähle. Junggesellinnenabschiede sind da einfach ein guter Anlass, uns selber zu erinnern. Und manchmal, wie in diesem Fall, sind sie auch gute Beweise dafür, dass unsere Entscheidung, etwas für unser eigenes Wohlbefinden zu tun, nicht auf Kosten der anderen gehen. Im Gegenteil.

Mehr als die Hälfte der Anwesenden hatten nämlich ihre Kinder allein mit den Papas Zuhause gelassen, einige zum ersten Mal. Nicht nur, dass Krisennachrichten ausblieben – manches lief sogar besser als gewohnt. Da wurde natürlich auch drüber gewitzelt, aber es geht ja nicht darum, infrage zu stellen, inwiefern wir (un-)ersetzlich sind. Es geht darum, uns daran zu erinnern, dass sich die Welt auch dann noch um ihre gewohnte Achse dreht, wenn sich unsere Welt mal um uns dreht.

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10h: Brunch in der Zuckermonarchie in Hamburg.

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Die Braut.

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Aus gestreiften Strohalmen trinkt es sich irgendwie besser …

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Warum der Laden so heißt? Tja, wir haben da mal eine Vermutung …

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Statt so einer schicken Schärpe mit der Aufschrift Braut gab’s von uns „leider“ nur so einen dezenten Blumenschmuck. Sorry, Line!

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Die Trauzeugin Ana, die das tolle Programm an diesem Tag organisiert hat.

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Foto credit: Kathrin Denkler. Die zukünftige Braut ist nicht nur eine gute Freundin, sondern auch eine gute Fotografin.

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Das Herz irrt nie, wie es dei 2raumwohnung so schön heißt. Schon gar nicht, wenn es aus so viel Glitzer besteht.

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Die Zuckermonarchie setzt bei der Einrichtung eindeutig auf Instagrammabilität. We like!

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Wartet, hier stehen noch Blumen, die ich noch nicht fotografiert habe!

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Weiter geht’s!

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Vor dem nächsten Programmpunkt mussten wir uns ein bisschen Mut antrinken.

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Freundschaftsbändchen im 21. Jh.

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Und was Line geknotet hat, das soll der der Mensch nicht trennen – so heißt das doch, oder?

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„So gut wie ihr hat noch niemand Wanna be von den Spice Girls gesunden, ehrlich!“ – Ob der gute Mann vom Tonstudio das wohl zu allen sagt? Wir wollen’s ihm mal glauben …

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Foto credit: Kathrin Denkler. Was macht man am Abend auf einem JGA in Hamburg? Na, lecker essen gehen natürlich. Jedenfalls in meinem Freundeskreis (habe ich ein Glück!).

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Foto credit: Kathrin Denkler. Die Frau, die mir meinen JGA ausgerichtet hat. <3

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Foto credit: Kathrin Denkler.

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Foto credit: Carmen | Alles <3, liebe Line, für dich und deinen Liebsten. Möge es in deinem Leben immer Raum für alle deine Lieben geben: deine Jungs und deine Mädels und natürlich vor allem für dich.

Ich muss natürlich sofort an den JGA von La denken. Ganz anderes Milieu – Schäreninseln vor Göteborg im sonnigen Mai – aber gleicher „Auftankeffekt“: Weibliche Gemeinschaft eben. Und denn ich mir die Bilder anschaue, bin ich sofort wieder dort. Hach.

Gefallen dir meine Bilder? Organisierst du einen JGA und würdest ihn gerne von mir dokumentieren lassen? Oder einfach einer besonderen Freundschaft mal „die Krone aufsetzen“ mit einer gemeinsamen Foto session?

Hier gibt’s noch mehr Info.

Das wichtigste in Kürze:

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Honorar 100€/Stunde

So-lange-wie-es-dauert-Paketpreis 450€

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Veränderung aus Zufriedenheit

English

Ich habe einen schönen Artikel gelesen, in dem es darum ging, wie wichtig es ist, das „Um zu“ loszulassen. Also, loslassen, Dinge zu tun, von denen wir glauben, sie seien notwendig um etwas zu erreichen. Es ist die Wenn-Dann-Jagd: Wenn ich erstmal den richtigen Job/Partner/Wohnort habe, dann … bin ich glücklich/wird alles anderes/ kann ich mich auf das konzentrieren, was ich eigentlich machen will.

Also „muss“ ich Stadt/Job/Partner wechseln, damit endlich das Leben anfangen kann, das ich eigentlich haben will. Es ist so leicht, sich in diesem Denken zu verlieren – dass wir mit dem, was gerade da ist, gar nicht glücklich sein können/dürfen, weil es nicht unseren Vorstellungen entspricht.

Ich bin mir selber vor ein paar Tagen auf die Schliche gekommen, dass ich befürchtete, dass wenn ich mit dem, was ich habe, zufrieden bin, dann keine Veränderung mehr stattfindet. Dieser Ort hier, der war doch von Anfang an nur als Zwischenlösung gedacht! Was, wenn ich es mir gestatte, hier etwas Gutes zu finden und ich dann so zufrieden werde, dass ich nicht mehr weg will!? Das wäre ja schrecklich, denn eigentlich wollte ich doch etwas ganz anderes!

Irgendwo in mir hauste also doch noch die Überzeugung, dass Veränderung nur aus Unzufriedenheit heraus geboren werden kann. Aber das ist nicht wahr. Wahr ist, dass das, was wir in die Welt schicken, zu uns zurück kommt. Meiner Erfahrung nach sind wir uns selbst einfach oft nicht bewusst, was wir tatsächlich aussenden. Denn es sind nicht so sehr die Worte und Taten, sondern die Energie, mit der sie gesprochen/ausgeführt werden. Veränderung zu lieben ist super, denn Leben ist Veränderung. Aber wenn wir sie aus dem Gefühl der Unzufriedenheit heraus initiieren, dann wird dabei nur mehr Unzufriedenheit heraus kommen.

Und umgekehrt: wenn wir uns gestatten, in dem, was wir haben das Gold zu sehen, also, das, was daran genau richtig für uns hier und jetzt ist, und uns gleichzeitig unsere Wünsche und Träume gestatten, dann kommt die Veränderung von ganz allein und wir dürfen in der Zwischenzeit trotzdem ein reiches und erfülltes Leben genießen.

Als sich meine Weltreise anderes entwickelte als meine Vorstellung, hat es eine Weile gedauert, bis ich verstanden habe, dass es daran lag, dass meine ursprüngliche Absicht mit der Reise (herauszufinden, was ich eigentlich mit meinem Leben machen will, das Zuhause im Innen zu spüren und den Ort zu finden, der im Außen mein Zuhause ist) sich einfach viel schneller erfüllt hatte, als ich mir das im Vorfeld vorstellen konnte. Die Reise fortzusetzen hätte bedeutet, an der Vorstellung der äußeren Form festzuhalten.

Tja, und trotzdem kommt es immer wieder anders. Die drei Orte, an denen ich mich zu Hause fühle, erschienen mir auf einmal allesamt unmöglich. Als ich im Haus meines Großvaters war – wie ich dachte, um meine restlichen Sachen von hier zu holen – erschien mir dieser Ort als eine gute Zwischenlösung. Denn er war jetzt sofort möglich. Ein Haus, das leer steht, ein Ort, von dem aus ich mich voll auf meine Selbständigkeit konzentrieren könnte. So war meine Vorstellung, also entschied ich mich, denn ich war es inzwischen wirklich leid, aus Reisetaschen zu leben.

Na, und was meinst du, was passiert ist? Genau – gar nichts ging leicht, die Wirklichkeit hier hatte nichts mit meiner Vorstellung zu tun. Ich war völlig entsetzt, dachte, „Der einzige Grund, aus dem ich herkam, war doch, weil ich es mir leicht machen wollte! Wenn ich gewusst hätte, dass es gerade überall schwer für mich ist, weil das Außen mir einfach nur meine inneren Barrieren spiegelt, dann hätte ich niemals diesen Ort gewählt!“

Seit dem Moment, als ich den Zusammenhang verstehen konnte, dass ich irgendwie zwar Entscheidungen aus meinen Wünschen heraus getroffen hatte, aber gleichzeitig trotzdem mmer noch Vorstellungen hinterher gejagt bin, wie es denn zu sein hat, damit ich zufrieden sein darf, ist zwar nicht alles leicht geworden, aber ich kann den Widerständen mit mehr Gelassenheit begegnen.

Und ich durfte feststellen: das reicht schon völlig aus, damit ein neuer Fluss möglich ist. Eben weil ich hier an nichts hänge, kann ich ganz viele Entscheidungen ohne den Druck der Vorstellung treffen, was dabei herauszukommen hat. So bin ich zum Beispiel einfach zu meinem Lieblingscafé gegangen und habe mich vorgestellt, als ich gesehen habe, dass dort Personal gesucht wurde. Einfach so. Jetzt bin ich drei Tage die Woche dort.

Vor kurzem noch hätte ich mich davon abhalten lassen, dass ich mir doch keinen Job an einem Ort suchen kann, an dem ich gar nicht bleiben will. Und schon gar nicht etwas, wofür ich so „überqualifiziert“ bin! Und ich wollte doch gar keine Anstellung mehr annehmen, sondern von 0 auf 100 selbständig sein! Das ist die Unzufriedenheit, die das Leben im Hier und Jetzt so unmöglich und unbefriedigend macht.

Was ich alles verpasst hätte, wenn ich mich an diesen Gründen orientiert hätte: es tut mir gut, als Ausgleich zu meiner Selbständigkeit eine Tätigkeit zu haben bei der ich nicht vorm Computer sitze. Die Zeit, die ich dort verbringe, geht nicht von meiner Produktivität ab – denn, Hand aufs Herz: an völlig freien Tagen verbringe ich die meiste Zeit nicht mit Kreativität oder Produktivität, sondern mit Grübelei und Prokrastination (erstaunlich: die tatsächlich produktive Zeit ist dann zwar geringer als gewünscht aber trotzdem immer völlig ausreichend). Ich bin unter Menschen – sehr netten noch dazu! Meine Fähigkeit, auf andere zu- und einzugehen darf zum Einsatz kommen. Ich lerne viel Neues. Das ist Zufriedenheit. Hier und jetzt. Nicht erst „dann wenn“.

Und eben weil es den Wunsch nach einem anderen Ort gibt, kann ich mich gar nicht auf die Illusion einlassen, dass das der Job ist, für den ich alles „opfern“ muss um ihn zu behalten. Ich habe nicht wie früher einfach zu allem „super“ gesagt. Da ich bereit war, das zu „verlieren“, von dem ich doch eigentlich sowieso nicht so ganz überzeugt war, ob es „das Richtige“ ist, habe ich mich getraut zu sagen, dass mir eine andere Angestelltenform lieber wäre, weil sie günstiger in Kombination mit meiner Selbständigkeit ist. Ich habe mich auch dafür entschieden, der Chefin gegenüber offen zu sein damit, dass mir die Arbeit Freude macht, dass ich mir aber einfach mit diesem Ort nicht sicher bin, dass es mich in meine Heimat zieht. Früher hätte ich mich das nicht getraut. Man muss doch so tun, als gäbe es keinen anderen Job auf der Welt!

Die Wirklichkeit sieht anders aus: es gibt immer mehr als eine Möglichkeit. Und zwar für beide Seiten. Das ist nicht der einzige Job auf der Welt, und ich bin nicht die einzige, die für ihn in Frage kommt. Was morgen oder in einem Monat ist, wissen wir nicht – aber das bedeutet nicht, dass wir deswegen keine Entscheidung für heute treffen können.

Ich brauche zwar weder mich noch andere davon überzeugen, dass ich hierbleiben möchte. Aber ich darf deswegen trotzdem meine inneren Umzugskisten auspacken und die Tatsache annehmen, dass ich jetzt hier bin. Und das darf dann auch im Außen sichtbar werden. Also bin ich vor ein paar Tagen bei Ikea gewesen und habe mir Büroutensilien, Kissen und Bilderrahmen gekauft. Ich habe es bisher gelassen, weil ich dachte, „Nein, du willst doch weg von hier, belämmre dich nicht mit Zeugs, womit du dann umziehen musst!“. Aber Tatsache ist: das hat das Gefühl hier fehl am Platz zu sein nur noch verstärkt. Wenn ich mich schon so fehl am Platz fühle, dann brauche ich erst recht eine kleine Insel, die sich nach mir und nach Zuhause anfühlt!

Und was den Lebensinhalt angeht: die Dinge, die wir „eigentlich“ mit unserem Leben anfangen wollen, sind selten wirklich an Orte gebunden und auch an kein sonstiges „wenn/dann“. Es gibt auch kein „Um zu“. Fotografieren, schreiben, zeichnen, kreativ sein, Heilung – das sind die Dinge, mit denen ich mein Leben und diese Welt füllen will. Einfach so. Klar richte ich mich darauf aus, aus meinen Herzensangelegenheiten Herzensbusiness zu machen. Die Kunst besteht darin, nicht auf die Illusion hereinzufallen, Freude sei nur dann Wert gelebt zu werden, wenn jemand anders einen Auftrag erteilt. Das ist totaler Quatsch, das ist die Wenn/Dann-Illusion.

Genauso wie sich von den eigenen Launen, Ängste und sonstige Emotionen abhängig zu machen. Ich kann nicht, ich will nicht, das geht nicht – die drei finden uns an jedem Ort. Sie sind eigentlich immer der Anfang, weil sie vor allem stehen, was was wir uns aus tiefstem Herzen wünschen.

Das richtige Leben ist nicht das perfekte Leben (= das mit den richtigen Voraussetzungen und Umständen). Das richtige Leben ist das, bei dem wir uns für unsere Herzenswünsche entscheiden – mit den dazugehörigen Umständen (oder, wie Elisabeth Gilbert das in Big Magic so schön benennt: mit dem dazugehörigen „shit sandwich“). Eben das, wofür wir bereit sind durch die ganzen Gehtnichtse, Kannnichtse und Willnichtse hindurch zu gehen. Jeden Tag aufs Neue.

Regenschirme | Wenn manchmal einfach gar nichts leicht ist

English

Ihr Lieben!

Ich komme so langsam wieder unter meinem Stein hervor, unter den ich mich zurückgezogen habe. Ich kam mit so viel Tatendrang hierher, meldete endlich mein Gewerbe in Deutschland an, was wirklich ein hochfeierlicher Tag für mich war. Nur um es ein paar Tage später schon wieder abzumelden und dann auch noch die Produkte in meinem etsy-Shop zu deaktivieren. Das war hart.

Und ja, da gibt es diesen Teil von mir, der sich gerne als das Opfer fieser Umstände betrachten möchte, der euch gerne eine Geschichte erzählen möchte, was mir alles Unrechtes widerfahren ist, wer Schuld an was hatte und warum ich nichts dafür kann, dass mein Leben gerade einfach nicht so will wie ich.

Und es gibt den Teil, der am liebsten gar nichts erzählen möchte, der einfach so tun will, als wäre das alles nicht passiert und warten, bis ich mich wieder auf der Sonnenseite des Lebens fühle und euch eine fröhlichere Geschichte erzählen kann.

Zum Glück gibt es da aber auch diesen Teil in mir, der weiß, dass weder die eine noch die andere Geschichte mich wirklich interessieren. Der weiß, dass ich eigentlich etwas ganz anderes will. So sein wie ich bin und mich mitteilen. Ohne mich zu rechtfertigen, aber eben auch ohne mich zu verstecken.

Die Welt da draußen ist nicht Schuld – sie ist nur Spiegel

Das ist auch der Teil, der Bullshit ruft, wenn ich mich von anderen ungerecht behandelt fühle. Der Teil, der weiß, dass das, was das Leben uns manchmal um die Ohren haut, sich zwar echt mies anfühlen kann, aber dass die Wahrheit immer ist: das kommt aus unserem eigenen Inneren. Die Welt da draußen ist nicht Schuld an unserer Situation – sie ist der Spiegel, der uns zeigt, wie es in unserem Inneren aussieht.

Du kannst das Wetter nicht bestimmen, aber du kannst trotzdem entscheiden, ob du rausgehst oder nicht

Das ist auch der Teil, der nach einer Weile des Rückzugs und des Wundenleckens den Faden der Geschichte wieder aufnehmen möchte. Der Teil der findet, dass man nicht so tun muss, als regnete es nicht, aber man muss vielleicht auch nicht ohne Schirm aus dem Haus gehen, nur um zu beweisen, wie schrecklich doch das Wetter ist.

Denn das ist doch der Punkt: wir können das Wetter (oder sonstige Umstände) nicht bestimmen, aber wir können trotzdem entscheiden, ob wir rausgehen oder nicht, ob wir darauf beharren, dass Regen schrecklich ist – oder ob wir einfach schauen, wie wir das, was das Leben gerade im Angebot hat, für uns nutzen können.

Blockaden ignorieren ist schmerzhafter als sie zu akzeptieren

Die innere Blockade, die sich da in den vergangenen Woche in meinem Leben gezeigt hat, macht mir vor allem bewusst, dass es manchmal einfach keinen leichten Weg gibt. Dass wir manchmal nichts anderes tun können als genau das zu akzeptieren. Blockaden ignorieren ist schmerzhafter und sinnloser als sich selbst in den Arm zu nehmen und zu sagen „OK, dann ist das jetzt so. Das, was ich vorhabe, fällt mir nicht leicht und daran kann ich gerade nichts ändern. Ist einfach so“. Verständnis für unsere eigene Situation löst oft schon große Teile der Blockade. Es ist sozusagen der Regenschirm.

Ich weiß, dass ich mit dieser Situation nicht alleine bin. Ich sehe, dass es vielen von euch ähnlich geht. Das ist auch eine gute Erinnerung: wir sind eben alle verbunden. Das ist der Regenschirm, den wir füreinander aufhalten – wenn wir miteinander teilen, was uns bewegt.

Fühlt euch umarmt,

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PS: Das schöne Winterfeenfoto hat die liebe La von mir gemacht, als ich sie Anfang des Monats besucht habe. Das ist auch ein guter Regenschirm: sich einfach mal mit ’ner Freundin wie die Fee (und Elfe) im Wald aufführen.

Geplante Leichtigkeit

Wie wichtig Leichtigkeit für mich und meine Art mein Leben zu gestalten, ist eine noch recht neue Erkenntnis für mich. Ebenso die Einsicht, dass und wie sie sich mit einem gewissen Maß an Planung kombinieren lässt. Bisher lief das Ganze bei mir nach dem Zufallsprinzip und deswegen war meine gefühlte Lebensqualität sehr stimmungsabhängig. War ich gut drauf, lief alles gut. Ich hatte plötzlich gut bezahlte Fotoaufträge – und das, obwohl ich das noch nie gemacht hatte!? War ich schlecht drauf, lief alles was ich anfasste schief. Die Gefühlsachterbahn an sich ist schon anstrengend genug, wenn dann auch noch das Gefühl dazu kommt, dass ich nur an „guten Tagen“ gute Leistung erbringen kann, dann generiert das natürlich einen ungeheuren Druck und der Schleudergang wird zum Dauerprogramm.

Deshalb bin ich sehr froh und dankbar über die Erkenntnis, dass Leichtigkeit eben nicht bedeutet, davon abhängig zu sein, immer gut drauf zu sein. Leichtigkeit bedeutet einfach, mich zu öffnen, für das, was kommen will. Und wenn das mal ein Tag Regenwetter (oder eine Woche oder egal wie lange) ist, das dann in dem Vertrauen zu akzeptieren, dass es schon so seine Richtigkeit hat und das deswegen nicht alle meine Pläne für den Tag zum Scheitern verurteilt sind.

Die Beobachtung habe ich übrigens auch schon mehrfach gemacht, ohne sie richtig deuten zu können: manchmal gelingen mir Dinge an „schlechten Tagen“ besonders gut. Das war mir lange ein Rätsel, aber jetzt weiß ich, sie gelingen mir an denjenigen „schlechten Tagen“, an denen ich meinen Widerstand gegen mich selbst aufgebe. An den Tagen, an denen ich nachsichtig mit mir bin und mir sage, „Ja, dann tu dir jetzt einfach ein bisschen selber leid. Ist alles echt doof heute. Also mach einfach so gut du kannst und erwarte keine Höchstleistung.“ Das ist eben auch Leichtigkeit.

Leichtigkeit, Freiheit & echte Sicherheit

Als mich am Anfang des Sommers einer meiner Mitbewohner fragte „Wovor läufst du eigentlich weg?“, verdrehte ich nur die Augen. Total fantasielos, fand ich. Als ob es keinen anderen Grund für eine Weltreise geben kann, als vor irgendetwas davon zu laufen! Pah, ich reise, weil ich reisen will. Punkt.

Und das stimmt, ich reise, weil ich reisen will. Aber inzwischen ist mir klar geworden: das andere stimmt auch. Ich liebe das Reisen und Umziehen deshalb, weil ich Veränderung liebe. Ich liebe das Gefühl, loszulassen, mich von altem Krempel zu trennen, irgendwohin zu kommen, wo ich von vorne anfangen kann. Ich liebe das Gefühl, jemandem zum ersten Mal zu begegnen und zu wissen, diese Person kennt mich noch nicht, ich kann ganz anders sein, als das Bild, das ich und alle, die mich kennen, von mir haben.

Das, wurde mir in der vergangenen Woche klar, ist Weglaufen vor sich selber. Mein Mitbewohner war ganz und gar nicht fantasielos, sondern hat mich einfach besser durchschaut als ich mich selbst. Wir sind halt selten so originell, wie wir denken (und das finde ehrlich gesagt sehr beruhigend). Und das alles ist total egal. Denn es geht nicht um die Wertung. Mich interessiert, was dahinter steckt. Es ist ja etwas Schönes, Freude am Loslassen und Neubeginn zu haben! Das ist Leichtigkeit und die wiederum ist ein essentieller Teil meines Wesens.

Aber so lange ich der Überzeugung bin, dass ich zur Leichtigkeit nur fähig bin, indem ich mich von Dingen, Menschen und Orten trenne, bin ich nicht frei. Und Freiheit und Leichtigkeit gehören zusammen.

Frei bin ich, wenn ich meine Leichtigkeit von innen heraus lebe. Wenn ich mich traue, mich für das zu öffnen, was mit Leichtigkeit zu mir/durch mich kommen will – ganz egal, ob das dem Bild entspricht, das ich oder andere von mir haben. Das kann dann natürlich auch ein Ortswechsel sein, oder eine neue Freundschaft oder was auch immer. Letztlich geht ist niemals um das „Was“ sondern immer um das „Wie“, die Intention/Energie dahinter.

Das Innen bestimmt das Außen. Davon bin ich überzeugt. So lange wir versuchen, ein Ungleichgewicht im unserem Inneren zu regulieren, indem wir am Außen herumschrauben, sind wir in einem Kreislauf gefangen, und können nicht wirklich unser Ziel erreichen.

Mein Ziel ist: Leichtigkeit leben. Mich öffnen, für das, was in diesem Moment entstehen will. Wenn der Moment vorüber ist: Loslassen, etwas Neuem Raum geben.

Ich bin, wie die meisten Menschen so sind: sehr sicherheitsbedürftig. Dabei verwechsle ich Sicherheit oft mit Routine, mit Regeln, mit Konformität. Ich liebe es Pläne zu machen und To-Do-Listen zu schreiben, ich mache mir manchmal sogar Stundenpläne für meinen Alltag. Das gibt mir ein Gefühl von Sicherheit. Da diese falsch verstandene Sicherheit aber nichts mit Leichtigkeit zu tun hat, kippt mein Gefühl in dem Moment, wo die Liste fertig vor mir liegt.

Auf einmal ist alles voller „Müssen“, die Pflicht ruft, der Ernst des Lebens steht vor der Tür und ist nicht zum Spaßen aufgelegt. Hilfe! Bloß weg hier! Aber ich bin ein pflichtbewusster und zuverlässiger Mensch, also quäle ich mich trotzdem durch meine Listen durch, absolviere mein Pflichtprogramm und gehe am Ende des Tages mit dem Gefühl ins Bett, betrogen worden zu sein: „Das kann es doch nicht gewesen sein!? So macht das Leben aber keinen Spaß!“

Als ich anfing, zu verstehen, dass für mich alles gut funktioniert, was ich mit Leichtigkeit angehe, entstand bei mir ein neues Missverständnis: ich dachte, ich kann nur noch das tun, worauf ich Lust habe, bzw., sollte allem nachgehen, wozu gerade ein Impuls auftaucht. Ich warf also sämtliche Pläne und Listen über Bord und begann, mich treiben zu lassen.

Zu einem gewissen Grad funktioniert das auch: Wenn ich den Tag damit beginne, etwas zu tun, was mir Spaß macht, kann ich Dinge, die einen eher pflichtmäßigen Beigeschmack haben, mit Leichtigkeit nebenher erledigen. Und manchmal ist es ja auch tatsächlich gut, Impulsen von Außen zu folgen, anstatt an Plänen festzuhalten, als ob sie in Stein gemeißelt wären.

Der Haken an der Sache war für mich, dass da ein Gefühl von Willkür entstand. Es war, als könnte ich mein Leben überhaupt nicht mehr bestimmen. Ich konnte keine Verabredungen treffen, weil ich nicht wusste, ob es sich am Dienstag in einer Woche für mich richtig anfühlen würde, eine Freundin zu treffen, oder ob dann nicht etwas ganz anderes angesagt sei. Woher soll ich das wissen, wenn doch alles aus dem Moment heraus entsteht?! Wenn ich mich dann doch verabredete, schaffte ich es nicht, die Verabredungen einzuhalten – plötzlich tauchte eben etwas anderes auf, und das würde es doch wohl nicht tun, wenn es nicht wichtiger wäre, oder?

Eine ebenso haarige Frage war, wie ich die Sache mit den alltäglichen Arbeiten funktionieren sollte. Wie sollte ich die erledigen können, wenn ich doch nichts gebacken bekomme, was ein Muss ist?! Bin ich etwa so eine kapriziöse Künstlerin, die nicht dazu geschaffen ist, sich mit weltlichen Dingen wie Wäschewaschen und Kochen zu befassen? Irgendwie erschien mir diese Schlussfolgerung nicht so ganz sauber, auch wenn der Gedanke zugegebenermaßen einen gewissen Reiz hatte …

Inzwischen ist mir klar geworden: Leichtigkeit kann zwar nicht erzwungen werden, aber die Leichtigkeit liegt nicht in der konkreten Tätigkeit. Sie liegt in der Herangehensweise. Es ist gut, sich nicht den ganzen Tag von morgens bis abends durchzutakten. Es ist weise, sich einen Spielraum für Unvorhergesehenes zu lassen! (Ich habe mal einen Kurs über Zeitmanagement gemacht, demzufolge man sich in einen Arbeitstag 1/3 der Zeit für unvorhergesehenes als Puffer einplanen sollte – hört sich erschreckend viel an, ist aber meiner Erfahrung nach schlichtweg realistische Planung.)

Allerdings können wir durchaus bestimmen, wofür wir uns Zeit/Raum geben wollen. Wir müssen nicht jedem Impuls, der von Außen an uns herangetragen wird, reflexartig hinterher springen, wie ein Hund einem Ball, den man wirft. Ich kann mich dazu entscheiden „Heute Vormittag nehme ich mir Zeit, mich mit den Hausaufgaben aus meinem Coaching zu befassen“. Die Kunst der Leichtigkeit liegt darin, mich dabei nicht durch Erwartungshaltungen an das Resultat einzuengen.

Wir entschließen uns einfach dazu, einen gewissen Raum zu betreten. Da braucht es Fokus, Vertrauen auf die innere Führung und die Entschlossenheit, bewusst eine Entscheidung zu treffen, was in diesem Augenblick wirklich wichtig ist. In diesem Punkt sollten wir offen sein für die Impulse aus dem Außen, aber wichtiger ist dennoch das Gefühl im Inneren: Was ist in diesem Augenblick wirklich wichtig? Ich glaube, wir wissen sehr wohl, wann eine Planänderung wirklich angemessen ist und wann wir uns selber belügen, weil wir uns vor etwas drücken wollen.

Wenn wir uns für einen Raum entscheiden und ihn öffnen, dann ist es wichtig, ihn mit Neugierde zu betreten. Mit Neugierde und dem Vertrauen zu, dass wir in ihm genau das Passende für uns und diesen Moment vorfinden werden, auch wenn wir es noch nicht vorhersehen können. Das ist Hingabe.

Wenn wir uns dann noch dann darauf einlassen können, das, was da kommt, in und durch uns wirken zu lassen, dann ist das Leichtigkeit. Plötzlich ist auch die Sicherheit da, – und zwar die echte! – die ich vergeblich in meinen Plänen und To-do-Listen suche: Ich spreche von der Sicherheit, die aus dem Vertrauen kommt, dass nicht wir/unser Verstand/unser Wille eine gewisse Leistung erbringen muss, sondern dass Leistung nichts anderes ist unsere Erlaubnis an eine gewisse Energie, durch uns zu wirken.

Mit diesen Schlüsseln können wir die großen wie die kleinen Lebensprojekte umsetzen – und sie gelingen gleichermaßen.

Klarheit

Ich stecke in einer Phase der Unklarheit, was sich auch in meinen Texten widerspiegelt. Das ist wohl auch der Hauptgrund, weshalb ich hier seit zwei Wochen nichts mehr gepostet habe. An der (Un-)Klarheit hat sich nicht viel geändert. Der Grund, weshalb ich heute trotzdem schreibe, ist, dass ich immer wieder zu einer (Selbst-)Erkenntnis zurück komme: ich bin nicht interessiert daran, ein perfektes Bild von mir zu zeichnen. Ich möchte mich zwar auch nicht schlechter machen als ich bin, oder ständig rumlamentieren und nach Mitleid fischen. Ich möchte einfach das teilen, was ist, so wie ich es wahrnehme.

Erklärungen machen es leichter, Gefühle zu akzeptieren

Nachdem ich eine lange wirklich wunderbare Periode in Amritabha hatte, kam vor ca. zwei Wochen ein Einbruch. Plötzlich war ich unzufrieden mit mir und anderen, misstrauisch und die sogenannten „Themen“ und „Prozesse“ schienen gar nicht mehr aufhören zu wollen. D. h. zwischendurch gab es schon glückliche Momente, aber es waren irgendwie eben Momente. Kurzes Auftauchen und Luftschnappen an der Oberfläche, bevor mich wieder irgendeine Emotion wie ein Strudel in die Tiefe sog. Oder vielleicht sollte ich sagen: saugt, denn zum Zeitpunkt des Schreibens bin ich mir wirklich nicht sicher, ob ich da nicht immer noch drinstecke …

Mein Intellekt möchte in solchen Situationen immer gerne Erklärungen, dann kann er die Gefühlsachterbahn leichter akzeptieren. Und Erklärungen gibt es auch: dass ich in einer Phase des Umbruchs bin, in der etwas Altes geht aber das Neue noch nicht hier ist. Die Sonnenfinsternis bzw. diese Periode davor, die aus astrologischer Sicht eine sehr spezielle und transformierende war. Mein herannahender Geburtstag. (Die Zeit davor ist für mich meist nämlich auch sehr intensiv.)

Scheiß auf die Erklärungen, ich will nur das das aufhört!

Freitag früh nach der 4-Uhr-Medi konnte ich lange nicht wieder einschlafen, weil ich so sehr in Sorge und Angst war wie schon ewig nicht mehr. Es war als wäre ich wieder komplett ins Unbewusstsein abgetaucht und hätte mich noch nie mit Spiritualität befasst. „Scheiß auf die ganzen Erklärungen – ich will einfach nur, dass das aufhört, ich halte es nicht mehr aus!“ So war die Gefühlslage. Irgendwann schlief ich ein. Und wachte wie gerädert auf.

Triff niemals Entscheidungen aus einem Gefühl der Not heraus

Ich hatte an diesem Morgen einen Termin, ein Vorgespräch für ein Coaching, das ich schon eine ganze Weile in Erwägung zog. Ich dachte nur, „Verdammt, mit dieser Verzweiflung willst du da nicht reingehen und schon gar keine Entscheidung treffen!“ Da ich die Mentorin, mit der ich den Skype-Termin hatte, sehr schätze und ihr vertraue, habe ich nicht abgesagt, sondern einfach meinen Wunsch wiederholt – bitte halte mich davon ab, hier heute etwas zu entscheiden, ich möchte das nicht aus einer Notlage heraus tun. Sie gab mir ihr Wort, das zu tun.

Das Gespräch lief toll, es hätte ja eigentlich nur ein Vorgespräch sein sollen, aber ich bekam in Wahrheit bereits eine richtig gute Beratung. (Ich werde zu gegebener Zeit auch an dieser Stelle verraten, worum es sich bei diesem Coaching handelt und natürlich auch, wer diese tolle Frau ist. Ich möchte mich da jetzt gerade einfach nicht unnötig unter Druck setzen.) Und es gelang mir, mich an mein Vorhaben zu halten, mir trotz aller Begeisterung eine Bedenkzeit zu nehmen.

Auch wenn nur du dich retten kannst – nimm Hilfe an

Mir wurde klar, dass meine Überzeugung, dass es niemals die anderen sind, die uns retten (können), nach wie vor stimmt. Dennoch ist es ab und zu notwendig, die anderen dabei um Hilfe zu bitten uns selbst zu retten. Ich verstand: nein, egal wie toll diese Frau und ihr Coaching sind, sie sind nicht „Die Rettung“. Und gleichzeitig sind sie es doch – denn dieses Coaching ist meine Entscheidung für mich selbst. Die Anerkennung, die ich mir selber mit dieser Entscheidung zolle: ich bin mir selbst wichtig genug, mich in diesem Bereich meines Lebens nicht mehr in diesem Nebel herumirren zu lassen, nur weil ich so halsstarrig bin und mir versuche einzureden, ich müsste das alleine hinbekommen! Muss ich nicht. Ich darf mir Hilfe suchen – und das tue ich jetzt.

Bring an die Oberfläche, was du in dir erahnst

Das bedeutet nicht, dass dann alles ein für alle Mal geregelt ist. Dieses Coaching (oder sonst irgendeines) ist keine Wunderheilung, nicht Die Erleuchtung. Ich bin mir sicher, dass ich am Ende des Mentorings konstatieren werde, „Eigentlich wusste ich das Meiste schon“. Ich hoffe es jedenfalls! Das ist der Punkt, nicht wahr? Es geht immer darum, das an die Oberfläche zu bringen, was wir bereits in uns tragen. Und die Ahnung davon tragen wir ja auch schon in uns. Mir selbst fehlt oft die Sicherheit darauf zu vertrauen, dass das, was da in mir ist wirklich wahr ist und es tatsächlich möglich ist, das zu leben. Und zur Zeit auch die Klarheit, wie gesagt.

Nicht alle, denen du vertraust, können dich zum Erfolg führen

Damit das Ganze wirklich gelingen kann, ist es natürlich wichtig, wen wir uns als Coach suchen. Es muss ja jemand sein, dem wir zutrauen, uns dazu zu bewegen, die Schätze aus dem Inneren nach außen zu tragen. Ich stelle fest, dass ich nicht die Führung aller Menschen, denen ich vertraue, annehmen kann. Die Mentorin, für die ich mich entschieden habe, ist jemand, die bei mir Begeisterung und Lust auf die Zusammenarbeit auslöst – und das Gefühl, dass ich wundervoll bin und das alles mit Bravour schaffen werde. Ja, das ist wichtig für mich. Die Drill-Seargeant-Nummer, bei der man von irgendeinem Personal Trainer zur Sau gemacht wird, wäre also nichts, was mich zum Erfolg führen würde, selbst, wenn ich Vertrauen zu der Person hätte …

Gestalte dein Leben aktiv, unabhängig von emotionalen Hochs und Tiefs

Ich habe heute meine Entscheidung für das Coaching mitgeteilt. Nicht aus der Not heraus, obwohl ich wieder/noch immer auf einer Welle von Emotionen reite. Ich habe es getan, weil ich mich daran erinnerte, dass mich diese emotionalen Hoch- und Tiefgänge nicht daran zu hindern brauchen, mein Leben aktiv zu gestalten. Wie ich auch schon (öfter) geschrieben habe: wenn wir darauf warten, dass die Umstände unseren Wünschen entsprechen, verbringen wir unser Leben mit Warten.

Öffne dich für Hilfe von Oben

Das aktuelle Thema des Neumondzyklus hier in Amritabha hilft mir sehr dabei, einen wichtigen Aspekt zumindest im Hinterkopf zu behalten: ich bin nicht allein. Wir alle haben geistige Helfer. Sie sind stets bei uns, egal, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Wenn wir uns ihnen bewusst zuwenden, geben wir ihnen einfach viel mehr Möglichkeiten uns zu unterstützen.

Eigentlich ist es kein Wunder, dass wir so oft verzweifelt sind und überfordert, angesichts unserer Lebenssituationen – wenn wir sie in dem (Un-)Bewusstsein leben, dass wir das alles alleine regeln müssen, dann können sie auch echt überfordernd und zum Verzweifeln sein. Müssen wir aber nicht. Die größte Herausforderung des Lebens ist in Wahrheit nicht die Anstrengung, „das alles geregelt zu bekommen“. Die größte Herausforderung ist das Vertrauen darauf, dass alles bereits geregelt ist, selbst, wenn wir das manchmal nicht erkennen können.

Vielleicht ist also das der Unterschied zwischen meiner Gemütslage heute und der in den letzten Wochen: ich tappe immer noch im Nebel, aber ich bin endlich wieder im Vertrauen angekommen, dass das in Ordnung so ist.

Egal, ich mach das jetzt einfach trotzdem | Amritabha Monatsthema: Die eigene Kraft annehmen

Das Thema dieses Neumondzyklus hier in Amritabha – die eigene Kraft annehmen – beschäftigt mich sehr, auf vielen (wenn nicht allen) Ebenen. Kein Wunder! Schließlich kann man die eigene Kraft nicht nur „ein bisschen“ annehmen – entweder man wagt es, oder eben nicht. Es zu wagen bedeutet nicht, dass dann alles reibungslos verläuft. Etwas zu wagen ist ja die Bereitschaft, sich auf eine Situation mit unbekanntem Ausgang einzulassen. Der Schlachtruf derer, die die eigene Kraft annehmen ist nicht „Ich kann das perfekt!“ sondern „Egal, ich mach das jetzt einfach trotzdem!“.

Was, wenn da nichts kommt?

Ich habe während meines Aufenthaltes hier in Amritabha einen tollen Textauftrag bekommen. Ich habe mich unglaublich darüber gefreut – bis zu dem Augenblick, als es daran ging, mich hinzusetzen und loszulegen. Totale Panik! Noch schlimmer: totale Leere im Kopf! Hilfe! Ich bewundere die Person, für die ich texte so sehr, dass ich mich total unter Druck setzte. Das hier muss großartig werden! Was, wenn da nichts kommt? Was, wenn die sich doch in mir täuschen und ich nicht das Zeug hierzu habe!? Schluck. So. Wird. Das. Nichts.

Ideen kommen nicht aus mir – sie kommen durch mich

Plötzlich dringt die Erinnerung zu mir durch: ich kann das hier. Deshalb habe ich den Job ja bekommen. Natürlich geht nichts, wenn ich mich in die Panik reinsteigere. Das einzige, was wirklich funktioniert ist das hier: mich daran erinnern, dass es nicht wirklich mein Kopf ist, der sich das alles hier ausdenkt. Wenn ich schreibe – nein: wenn ich gut schreibe – dann kommt das nicht aus mir. Es kommt durch mich. Es sind Ideen, Sätze, Gedanken, die im Raum herumschwirren und darauf warten, von mir eingefangen zu werden. Das einzige, was ich zu tun habe, ist, mir dessen bewusst zu sein, mich dafür zu öffnen und mich zum Kanal für diese Ideen und Worte zu machen. Es ist ganz einfach und gleichzeitig eine Herausforderung. Diese Vorgehensweise verlangt nur eines von mir: bedingungsloses Vertrauen in meine Intuition. Die Gewissheit, dass das, was ich wahrnehme genau das ist, was gesagt werden will.

Leeren, öffnen, präsent sein – So, wie ich Kristallbehandlungen gebe, möchte ich mein ganzes Leben leben

Diese Technik, oder dieses Verständnis des kreativen Prozesses, habe ich durch Dauri Neumanns Kristallheilerausbildung für mich entdeckt. Da hatte ich dieses Vertrauen in mich selbst „einfach so“. Es fiel mir leicht zu akzeptieren, dass ich die Behandlungen nicht im Voraus planen oder auf irgendeine Art vorbereiten konnte. Das einzige, was ich tun konnte, war, mich zu leeren, mich zu öffnen und dann präsent zu sein – für den Menschen, dem meine Behandlung galt, für die Heilung, die durch mich und die Steine geschehen wollte und für die Hilfe geistiger Helfer. Das war eine sehr mächtige Erfahrung und ich dachte, „So, wie ich Kristallbehandlungen gebe, möchte ich mein ganzes Leben führen“.

Wenn ich für mich schreibe, dann mache ich das inzwischen ganz automatisch so – dann bin ich ja frei, muss auf nichts Bestimmtes hinaus, kann einfach schauen, was da kommt. Der Textauftrag hatte natürlich andere Voraussetzungen, weshalb erstmal das Kopfprogramm in Gang ging, das ich mir über Jahre hinweg antrainiert habe: Du müsstest viel besser informiert sein! Ich kann da nichts zu sagen, bevor ich nicht mehr recherchiert habe! Du kannst das doch nicht! Bisher konnest du dich immer irgendwie durchmogeln, aber diesmal fliegst du auf! Etc. Es war ein déjà-vu aus der Schul- und Unizeit. Ich habe immer sehr gute Leistungen erbracht – und trotzdem bei jeder Hausarbeit diese Panik geschoben. Und es dann doch wieder irgendwie hinbekommen.

Leistung erbringt man nicht aufgrund von Druck, sondern trotzdem

Damals dachte ich, dass der Stress dazugehört, dass er Teil des Prozesses sei, der die Leistung erzeugt. Heute weiß ich, dass das Quatsch ist. Ich habe meine Leistungen nicht aufgrund dieser Versagensängste und des Stresses erzielt, sondern trotzdem. Was mir Angst machte, so sehe ich das heute, war, dass ich ja nicht wusste, woher meine Gedanken wirklich kamen, warum sie gut waren. Wie sollte ich da sicher sein können, dass das beim nächsten Mal auch so sein würde? Sie kamen eben auch schon damals nicht aus meinem Intellekt, sondern durch ihn. Es war das gleiche Prinzip, auch wenn es mir nicht bewusst war: die Gedanken schwirrten um mich herum und ich fing sie ein. Klar muss man sich in Themen einarbeiten und dazu recherchieren. Aber wäre mir der Lern-/Schreibprozess, wie ich ihn heute sehe, schon damals bewusst gewesen, dann hätte ich vermutlich mit mehr Leichtigkeit auf mein Gespür vertraut, wann ich genug Information angesammelt habe.

Die Botschaft der Lustlosigkeit: das hier bringt nichts

Das Gefühl gab es nämlich auch schon damals: es äußerte sich als Lustlosigkeit. Ich glaubte, mich dazu zwingen zu müssen, noch mehr zu lesen (denn es war ja niemals genug!). Oft gelang mir das nicht. Dann kam das schlechte Gewissen. Wieder viel zu wenig getan! Ganz selten gab es Momente der Einsicht, in denen ich kurz den Gedanken zulassen konnte, dass ich so widerwillig an die Arbeit ging, weil sie nicht wirklich sinnvoll war. Dass sie nur dazu diente, mein Gewissen zu beruhigen, dass ich auch wirklich fleißig genug gewesen sei.

Nimm deine Kraft genauso an wie den Zweifel – dann schaffst du es trotzdem

Dieser Blick in die Vergangenheit, den mir dieser Schreibauftrag bescherte, war eine gute Gelegenheit, den Bann zu brechen. Ich weiß inzwischen nicht nur, dass ich mein Leben wie meine Kristallbehandlungen gestalten möchte. Ich bin darüber hinaus endlich überzeugt, dass das möglich ist.

Wie ich mir das beweise? Ganz einfach und ganz schön aufregend: ich tue es. Mit allen Ängsten, Zweifeln und Widerständen im Schlepptau. Da hilft es, wenn ich mich an diese Wahrheit erinnere: die tun nichts, die wollen nur spielen. Du schaffst das trotzdem.

Öffne dich für die Wunder, die durch dich in die Welt kommen wollen

Das verstehe ich darunter, die eigene Kraft anzunehmen: uns für all die Wunder zu öffnen durch uns in die Welt kommen wollen (die großen wie die kleinen). Darauf zu vertrauen, dass wir mit allem ausgestattet sind und versorgt werden, was wir dazu brauchen, um sie zu verwirklichen. Unsere Kraft nicht damit zu verpulvern, unsere Zweifel zu bekämpfen, sondern auch hier zuversichtlich zu sein. Ins Vertrauen darauf zu gehen, dass unsere Kraft ausreicht, sowohl unsere Träume zu verwirklichen als auch gleichzeitig den Zweifel mitzutragen.

Lesetip

Was mir sehr viele Aha-Momente beschert hat, wenn es um den kreativen Prozess und um Inspiration geht, ist das Buch Big Magic von Elisabeth Gilbert. Besonders inspirierend ist, wie humorvoll sie ihren Umgang mit Ängsten und Zweifeln beschreibt. Da kann man gar nicht mehr anders, als die auch lieb zu haben. Meiner nicht wirklich bescheidenen Meinung zufolge ist das Buch ein Muss! Nicht nur für Künstler, sondern für alle, die ein glückliches und erfülltes Leben führen wollen.

Schönheit

Ich habe lange ein zwiegespaltenes Verhältnis zum Thema Schönheit gehabt, vor allem meiner eigenen, aber auch zu der Frage, ob sich wirklich in allem, was es auf dieser Erde so gibt, Schönheit finden lässt. Ob man sie überhaupt in allem finden darf. Welche Rolle spielt die Wahrnehmung? Was ist Schönheit überhaupt? Ist sie wichtig? Wie siehst du das? Hieran glaube ich:

Schönheit ist eine Frage der Wahrnehmung

Als mir eine gute Freundin vor ein paar Jahren von ihrem Vorhaben erzählte, sich einer kosmetischen Operation zu unterziehen, machte mich das nachdenklich. Dass Fremdwahrnehmung und die Selbstwahrnehmung unterschiedlich sind, ist mir schon klar. Sagt sich ja auch leicht. Aber irgendwie hat mir diese Situation vor Augen geführt, was das tatsächlich bedeutet. Diese Freundin war/ist nämlich für mich eine der schönsten Frauen, die ich kenne. Wenn diese wunderschöne Frau sich durch meine Augen sehen könnte, dann würde sie diese OP nicht machen wollen, dachte ich. Sie muss sich selbst also irgendwie anders wahrnehmen, denn ich zweifelte nicht daran, dass der Eingriff aus ihrer Perspektive positiv für sie war (und den Eindruck habe ich bis heute).

Was mich an der Situation wirklich traf, war vermutlich, dass sie mich mit der Frage konfrontierte, wie es denn um mein eigenes Selbstbild bestellt stand. Ich hatte zwar nicht vor, mich einer OP zu unterziehen, aber dass ich mit meinem Aussehen zufrieden gewesen wäre, wäre eine glatte Lüge gewesen. Auf gewisse Weise war meine Freundin da ehrlicher als ich. Denn ich war unzufrieden und gleichzeitig zu hochmütig um überhaupt irgendjemandem (vor allem mir selber) einzugestehen, dass Schönheit/die Zufriedenheit mit dem eigenen Aussehen sehr wohl auch für mich eine Rolle spielte.

Die Wahrnehmung der anderen wird niemals die Stimme in unserem Inneren übertönen

Sind chirurgische Eingriffe die Antwort auf diese Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen? Ich weiß es nicht, ich denke, das kann jede/r nur für sich selbst beantworten. Worin ich aber sicher bin ist dies: Die Wahrnehmung der anderen wird niemals gegen die Stimme in unserem Inneren ankommen. Und es ist die Stimme in unserem Inneren, die bestimmt, wie wir uns selbst wahrnehmen und uns der Welt zeigen. Wenn ein operativer Eingriff dauerhaft die Stimme im Inneren überzeugen kann, dann ist das durchaus eine sinnvolle Maßnahme. Allerdings bin ich mir sicher, dass das bei mir nicht so funktionieren würde. Meine Zweifler-Stimme würde dann schnell etwas anders finden, was jetzt auch noch geändert werden müsste. Denn das ist ja ihr Wesen: zu zweifeln und zu kritisieren.

Es gibt mehr als nur eine Stimme in unserem Inneren – welcher schenken wir unser Vertrauen?

Um genau zu seien: es ist die Stimme in unserem Inneren, der wir unseren Glauben schenken, die bestimmt, wie wir uns fühlen und uns zeigen. Denn, ja, es gibt sie, die Stimme, die mir sagt ich solle mir bloß nichts einbilden, ich gehöre nie und nimmer zu den Schönen. Es gibt da allerdings noch eine andere Stimme in mir. Eine Stimme, die jedes Mal, wenn ich in den Spiegel schaue, nur Schönheit sieht. Mit anderen Worten: eine gefährliche Stimme, eine verführerische Lügnerin. Wehe, ich sollte mal auf sie hereinfallen – was für eine Schande wäre das, wenn jemand bemerken könnte, ich fände mich schön und dabei bin ich es doch gar nicht!?

Ein Körper, so viele verschiedene Wahrnehmungen. Wenn das bei meiner Freundin so ist, warum sollte es bei mir dann anders sein? Was, wenn die Lügnerin in mir keine Lügnerin ist? Was, wenn alle anderen mich bereits in meiner Schönheit erkennen und ich die einzige bin, die an einer anderen Wahrheit festhalten will? Oder was, wenn der einzige Grund, warum die anderen mich nicht in meiner Schönheit erkennen können, der ist, dass ich mich für die Stimme entscheide, die nur abfällig über mich denkt? Wenn es nicht eine Wahrheit über meinen Körper gibt, dann müsste ich doch eine wählen können? Was hindert mich dann daran, mich für etwas anderes als das schönste Bild meiner selbst zu entscheiden?

Schöne Frauen vs. Intelligente Frauen

Der Grund, weshalb ich mich nicht dafür entscheiden konnte, meine eigene Schönheit in ihrer Tiefe anzunehmen war folgender: ich war überzeugt, dass es zwei Kategorien von Frauen gäbe – intelligente und schöne. Intelligente Frauen mussten dieser Vorstellung nach zwar nicht zwangsläufig hässlich sein, aber sie durften eindeutig nicht zeigen, dass sie Wert auf ihr Äußeres legten. Das, so meinte ich, sei oberflächlich und oberflächlich ist dumm, weiß ja jede/r! Umgekehrt durften schöne Frauen zwar mit Intelligenz „überraschen“, aber so intelligent konnten sie ja doch nicht sein, denn sonst wären sie ja nicht so oberflächlich und würden so viel Wert auf ihr Äußeres legen … (Dass alle meine Freundinnen den Gegenbeweis lieferten, war irgendwie für meine Vorstellung nicht relevant. Für die anderen gelten eben doch andere Maßstäbe als für uns, nicht wahr?)

Neid – ein Hinweis darauf, was wir uns selbst nicht zu leben gestatten

Einige Zeit später entdeckte ich, dass ich neidisch war auf einen gewissen Typ von Frauen. Neid, das hatte ich zu dem Zeitpunkt verstanden, entsteht immer dann, wenn wir etwas bei anderen sehen, was wir uns selbst nicht gestatten zu leben. Was war das also für ein Typ von Frauen, über den ich mich so furchtbar aufregen konnte? Ganz einfach: es waren die Frauen, die so unverschämt waren, beides zu sein. Intelligent und schön. Es waren Frauen, denen ich via social media folgte, die kluge Texte schrieben, die mich tief berührten. Diese Frauen schrieben aber nicht nur toll, sie zeigten sich auch in ihren Bildern, auf eine natürlich schöne Weise. Nicht aufgebrezelt, aber gewisse Details an ihrer Aufmachung verrieten, dass es nicht nur darum ging, ihre natürliche Schönheit zu betonen, sondern die Welt auch wissen zu lassen: Ich sehe meine eigene Schönheit, ich weiß, wie ich sie betonen kann und ich teile beides mit dir – meine Schönheit und mein eigenes Bewusstsein dafür.

Der Sinn von Schönheit

Keine Frage, es gibt sie nach wie vor beide: den Teil in mir, der all meine Fehler sieht und der mir sagt, ich solle mir bloß nichts einbilden und den Teil, der meine Schönheit sieht und sich an ihr erfreut. Fest steht, dass es nur eine der beiden Stimmen es möglich macht, ein leichtes und freudiges Leben zu leben. Und darum geht es doch, nicht wahr?

Das Thema Schönheit beschäftigt mich aber nicht nur, wenn es um mein eigenes Äußeres geht, sondern auch um das meiner Umwelt. Ich mag es auch, meine Umgebung zu gestalten. „Mag“ ist eigentlich untertrieben – es ist mir ein Bedürfnis. Wie ein Raum gestaltet ist beeinflusst mein Wohlbefinden in hohem Grade. Bisher hatte ich auch zu diesem Bedürfnis nach Schönheit im Außen ein zwiespältiges Verhältnis. Ich dachte oft, dass ich mehr in Balance in meinem Inneren kommen müsste, damit es mich nicht so sehr beeinflusst, wie das Außen ist. Schönheit ist ja nett, aber so wichtig kann sie ja wohl nicht sein. Oder?

Gestern hörte ich mir Inshas Krafttier-Meditation an. Darin führte sie uns zum heiligen weißen Schmetterling, der uns für die Schönheit in der Welt und in uns öffnet. Während der Meditation sagte Insha einen Satz, der mich mein Verhältnis zur Schönheit plötzlich aus einer anderen Perspektive betrachten ließ: da wo wir Schönheit sehen, spüren wir Gott. Gott ist in der Schönheit – der Gedanke hat sich in mir so noch nie formuliert. Ich wusste sofort, dass er wahr ist.

Ich habe in letzter Zeit oft gedacht „Ja, das mit dem Mit-mir-selber-in-Kontakt-treten klappt ja schon ganz gut, aber was ist mit dem Kontakt zu Gott? Warum spüre ich nichts? Wo soll ich suchen?“. Als ich dann hörte, dass Gott in der Schönheit zu finden sei, konnte ich plötzlich verstehen, warum mir Schönheit so wichtig ist. In mir selbst, um mich herum – und was dieses Gefühl ist, dass diese Schönheit in mir auslöst. Diese Freude und die Leichtigkeit. Schönheit ist Harmonie, ist Frieden. Hallo Gott, hier bist du also! Plötzlich erschien es mir gar nicht mehr so sinnlos und dumm, Wert auf Schönheit zu legen, mich und die Welt nach ihr abzusuchen und sie anzunehmen.

Es ist mit der Welt genauso wie mit uns, unserem Aussehen, unserem Inneren: es gibt beides, das Hässliche und das Schöne. Alles, was falsch ist und alles, was gut ist – genau so, wie es ist. Der heilige weiße Schmetterling hilft uns dabei, die Schönheit zu erkennen. Er hilft uns, mit anderen Worten, Gott zu finden. In der Welt und in uns. Danke liebe Insha, dass du uns zueinander geführt hast.

PS: Wenn ich die Welt durch die Augen des heiligen weißen Schmetterlings betrachte, dann klingt sie und sieht aus wie „Welt der Wunder“ von Marteria. Und für dich?

Von Verantwortung & Verletzlichkeit

Seit meiner Ankunft in Amritabha ist sehr viel in meinem Inneren passiert. Wie so oft habe ich dann den Impuls mich zurück zu ziehen und Kontakt eher zu meiden. Ich poste zwar immer noch ein paar Bilder, aber es ist mir nicht danach, mitzuteilen, was in meinem Inneren so vor sich geht. Ich sage mir, das ist gut so, es ist gut, sich zu schützen und nicht immer alles sofort in die Welt zu schicken, was man gerade so mitmacht. Ich schreibe vielleicht bereits in dem Moment, aber ich veröffentliche nur Posts, deren Inhalt für mein Empfinden so weit verarbeitet ist, dass ich das Gefühl habe, ich käme mit jeder denkbaren Reaktion klar. Ich dachte, das sei Selbstschutz.

Mir ist heute klar geworden, dass das nicht oder jedenfalls nicht mehr stimmt. Es bedeutet, dass ich mich nur in meinen guten Momenten zeige, den Rest dann erst präsentiere, wenn er zu einer Art Anekdote geworden ist und ich vermeintlich „über den Dingen stehe“. Das ist nicht authentisch. Das ist Fassade, das ist ein Bild von mir in die Welt schicken, wie ich gerne wäre oder wie ich glaube, dass ihr mich sehen wollt. Das hat eigentlich nur den Effekt, dass sich in mir noch mehr Druck aufstaut, der Version von mir, die ich vielleicht gerne wäre, gerecht zu werden.

Es fällt mir schwer, mich in meinen schwachen Augenblicken zu zeigen, wenn mich etwas trifft und mir die Tränen einfach hochschießen. Ich schäme mich für meine vermeintliche Schwäche (die eigentlich nur Verletzlichkeit ist) und möchte einfach nur allein sein. Und selbst dann fällt es mir schwer, den Schmerz rauszulassen.

Ich mache es auch meiner Umwelt nicht leichter, denn so sehr ich mich gegen meine Gefühle sträube, sie sind eben doch da und wollen gesehen werden. Wenn ich mich darum kümmere, sie ans Licht zu bringen, indem ich ihnen den benötigten Raum gebe, dann brauchen sie ihn sich nicht selbst zu erzwingen indem sie mir und auch anderen um die Ohren zu fliegen.

Es ist definitiv nicht hilfreich, wenn man gerade in einer Emotion feststeckt, sich dann zu ihrem Sprachrohr zu machen und einfach alles rauszulassen, was sie einem diktiert. Schon gar nicht, wenn die Emotion dann gerne andere für den eigenen Schmerz verantwortlich machen möchte. Es ist aber sehr wohl hilfreich auszudrücken, was die Emotion mit einem macht, also einen Schritt zurück zu treten, sich daran zu erinnern, dass man nicht die Emotion ist, sondern ihr Träger. Darüber zu sprechen ist sehr heilsam, für einen selbst und für alle anderen, denn wem fällt es schon leicht, sich in Verletzlichkeit und Verletztheit zu zeigen?

All die schönen Bilder, die ich von Amritabha gepostet habe sind echt. Deswegen geht es mir aber nicht permanent gut. Denn es ist auch ein Ort, an dem alte Wunden, von denen ich dachte, sie seien verheilt, nochmals aufbrechen. Einige Begegnungen haben mich diese Woche mit ein paar dieser Wunden konfrontiert und mich in richtig heftige emotionale Tiefs gestürzt. Es gab tatsächlich Augenblicke, in denen ich nur weg wollte, weil ich Angst vor der Vorstellung hatte, dass ich den ganzen Sommer in derartige Konfrontationen geraten könnte und ständig nur am Heulen sein würde. Mir war zwar schon klar, dass das nur der gekränkte Stolz war, aber die Emotion war eben auch da. Ich dachte, „Darüber darfst du nicht schreiben, dann machen Familie und Freunde sich nur Sorgen. Und die, die denken, du seist einer Sekte beigetreten, die werden sich doch nur bestätigt fühlen!? Das geht nicht!“

Womit ich in den letzten Tagen vor allen Dingen konfrontiert wurde ist die Tatsache, wie sehr ich es scheue, Verantwortung für mich zu übernehmen und durch mein Verhalten versuche diese Verantwortung auf andere abschiebe – was niemandem gut tut und auch nicht funktioniert. Euch vorzuenthalten, wenn es mir mal schlecht geht, ist ein Ausdruck dieser Verantwortungslosigkeit. Denn es ist doch so: wir können ja niemals wirklich die Verantwortung für unsere Gefühle abgeben. Und was es für Gefühle in anderen auslöst, wenn wir uns so zeigen, wie wir sind – egal ob freudig oder verletzt, das ist die Verantwortung der anderen. Ob ihr euch Sorgen macht oder nicht, liegt bei euch. Ich habe nicht das Recht es euch zu verbieten und warum sollte ich eigentlich daran zweifeln, dass ihr es ertragen könnt, mich in meinen schwachen Momenten zu sehen? Ebenso wie ihr das Recht habt zu denken, was ihr wollt über das was ich tue. Und warum sollte ich daran zweifeln, dass ihr genau wie ich eben auch nicht nur mit dem Kopf sondern auch mit dem Herzen wahrnehmen könnt? Euer Kopf mag ja skeptisch sein, wenn er von dem spirituellen Weg hört, den ich wähle. Aber wer bin ich daran zu zweifeln, dass auch euer Herz wahrnehmen kann, wie wahrhaftig meine Freude ist und wie gut der von mir gewählte Weg mir tut?

Es ist aber nicht nur das Unangenehme, was ich vermieden habe zu teilen, sondern auch das Freudige, wenn mein Kopf mir sagt, „Das ist zu abgefahren, was sollen die von dir denken, wenn du erzählst, dass du mit dem heiligen weißen Leguan meditierst?!“. Aber wisst ihr was? Ich möchte auch das Abgefahrene mit euch teilen und es einfach euch überlassen, was ihr darüber denkt! Denn es spielt keine Rolle, was der Kopf sagt. Mein Kopf findet ja vieles von dem, was ich so tue, auch seeehr merkwürdig. Aber wenn ich nicht Menschen begegnet wäre, die sich getraut hätten, über die abgefahrenen Dinge zu sprechen, an die sie glauben, wie hätte ich da entdecken sollen, dass ich auch an Einhörner und Feen und Drachen und, ja, auch heilige weiße Leguane glaube?

Deshalb möchte ich euch an dieser Stelle die Meditation mit dem heiligen weißen Leguan, geführt von Insha Holz, ans Herz legen. Insha leitet derzeit jeden Donnerstag Abend um 18.30h auf Facebook live Meditationen mit Krafttieren an. Mich berühren sie sehr, und gerade die Leguan-Meditation war sehr hilfreich, denn Insha erklärt darin sehr gut, was gerade energetisch so los ist – und das ist eine ganze Menge. Das war übrigens auch für meinen Kopf sehr hilfreich, um zu verstehen, warum ich diese Woche so „ausgetickt“ bin. Denn ob wir daran glauben oder nicht, wir sind alle von der großen Energieveränderung betroffen, die gerade stattfindet. Je bewusster wir mit ihr umgehen, desto leichter wird es. Alle bisherigen Krafttier-Meditationen mit Insha könnt ihr auf ihrer Facebook-Seite natürlich auch finden, und vielleicht habt ihr ja Lust, nächste Woche auch mit dabei zu sein und mit dem heiligen weißen Schmetterling zu meditieren.

Was auch sehr schön ist, sind die von Insha Holz geführten täglichen Meditationen im weltweiten Liebesnetzwerk. 8:15h, ebenfalls live, via Inshas Facebook-Seite. Ich fühle mich darin wirklich sehr verbunden – mit meiner eigenen Liebe, aber vor allem auch mit der aller TeilnehmerInnen und natürlich mit Insha. Ein schöner Start in den Tag! Es war übrigens Inshas heutige Welt-Liebes-Meditation, die mich erkennen ließ, warum es gut für alle ist, wenn wir uns stets so zeigen wie wir sind, und das im Zeigen der eigenen Verletzbarkeit erst unser Mut und unsere Stärke für die anderen sichtbar wird. Erst wenn wir es wagen, zu zeigen, dass wir verletzlich sind, haben wir überhaupt die Möglichkeit zu erfahren, dass es auch für diese Verletzlichkeit genügend Raum und Liebe gibt. Danke, Insha.